Berufung eingelegt:

Hunde-Schütze will vors Landgericht

Der 60-Jährige war am Dienstag wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz zu 1800 Euro Geldstrafe verurteilt worden.

Die Bärenhündin Strudel war nach Angaben ihrer Besitzer zutraulich und ein toller Spielkamerad für die Kinder auf dem Erlebnisbauernhof einer Familie.
Sabine Kosin Die Bärenhündin Strudel war nach Angaben ihrer Besitzer zutraulich und ein toller Spielkamerad für die Kinder auf dem Erlebnisbauernhof einer Familie.

Der Prozess gegen einen Jäger, der einen streunenden Hund getötet hat, wird vermutlich in die nächste Instanz gehen. Wie ein Sprecher des Amtsgerichtes in Waren am Freitag sagte, hat der Jäger bereits Berufung gegen seine Verurteilung eingelegt. Der Fall könnte am Landgericht landen. Der 60-jährige Jäger aus Groß Plasten war in dieser Woche wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz zu 1800 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Außerdem darf er drei Monate nicht jagen. "Das Tier ist ohne vernünftigen Grund getötet worden", hatte Richter Manfred Thiemontz das Urteil begründet.

Der Jäger hatte gestanden, den Bärenhund einer Familie aus Schloen im Juni des vergangenen Jahres in seinem Revier erschossen zu haben. Strudel, so der Name des Tiers, habe mit einem anderen Hund gewildert. Dem folgte das Gericht nicht. Der getötete Hund stammte von einem 500 Meter entfernten Urlauberhof, dessen Betreiber den Jäger angezeigt hatte. Die Staatsanwältin hatte eine noch höhere Geldstrafe gefordert, der Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert.

 

Kommentare (3)

Es ist zwar das juristische Recht des Verurteilten, eine nächsthöhere Instanz anzurufen, aber nach moralischen Gesichtspunkten ist es eine Unverschämtheit ersten Ranges, gegen ein derart mildes Urteil noch in Berufung zu gehen. Hier zeigt sich erneut, wie gering der ethische Wert eines Rechtsbewußtseins bei diesem "Jäger" ausgeprägt ist. Damit reiht er sich ein in die Reihe des Rabaukenjägers und der sonstigen flintenbewaffneten menschlichen Unsicherheitsfaktoren in deutschen Wäldern, siehe 2 tote Menschen im Maisfeld bei Pasewalk und deren nachfolgendes Gezerre um Schuld oder Unschuld. Anstatt den Arsch in der Hose zu haben und die milde Strafe zu akzeptieren sowie obendrauf dem Besitzer von Strudel einen Welpen zu kaufen, wird vors Landgericht gezogen..... Der Verurteilte sollte sich freuen, von diesem Richter verurteilt worden zu sein. Fände die Verhandlung vor dem AG Pasewalk statt und Frau Dr. L. wäre Richterin - womöglich würde dann das Urteil "Freispruch" heißen wegen Mangel an Beweisen......Und wie der Verurteilte dann mit diesem Freispruch und seiner seelischen Belastung fertig geworden wäre, wer weiß, nicht, daß er sich dann noch aus Scham- und Schuldgefühl von der Kanzel gestürzt hätte.....

...ist dem anderen billig. Egal wie es um diesen Fall steht, aber ich bin dann doch schon froh, dass Menschen Recht sprechen, die nicht umsonst das eine oder andere Jahr Juristerei studiert haben. Ich kenne das mögliche Strafmaß nicht, empfinde drei Monate Jagdverbot nun aber auch nicht als so dramatisch. Da hätte es vielleicht mehr sein dürfen - aber es ist eben nur Empfinden und keine Kenntnis ob der juristischen Hintergründe. Aber wer eine Geldstrafe von 1.800 € "derart milde" empfindet hat entweder zuviel Geld oder das Gefühl für die Relationen verloren...

sondern die Tagessätze. 1800€ sind für einen Jäger nix. Denn er macht das mit ein paar erschossenen und schwarz verkauften Tieren schnell wett. Das Strafmaß muss eindeutig weit über 60 Tagessätze liegen damit diese Gefahr für die Bevölkerung gebannt wird. Dabei würden sogar 10€ je Tag ausreichen, haptsache über 60 Tagessätze. Denn dann ist der Killerschein weg.