Jenseits der Tourismuszentren:

Im "Land Ulrichshusen" dauert alles etwas länger

Mancher fürchtet, das vielversprechende Tourismuskonzept für das reizvolle, aber stille Gebiet nördlich von Waren versickert wieder im Sande. Was ist daraus geworden?

Blick von einem in dieser Jahreszeit einsamem Wanderweg auf das Schloss Ulrichshusen und das weite Land dahinter.
Silke Voß Blick von einem in dieser Jahreszeit einsamem Wanderweg auf das Schloss Ulrichshusen und das weite Land dahinter.

Die hinterwäldlerische touristische Infrastruktur des „wadenfreundlichen Minigebirges“ nördlich von Waren aufzupeppen hat sich die Gemeinde Moltzow mit ihrem Zugpferd Ulrichshusen vorgenommen. Zwischen Rothenmoor, Rambow, Lupendorf und Ulrichshusen gibt es nicht einen Weg zum Wandern, Joggen, Spazieren, Radeln – umgepflügt zugunsten der großspurigen DDR-Landwirtschaft.

Um die (Fremdenverkehrs)-Kasse aufzubessern, hat die Gemeinde dahingehend ein vom Land gefördertes Konzept beauftragt – mit zwei viel versprechenden öffentlichen Workshops. Und dann hat keiner mehr so richtig was davon gehört.

Gemeinde-Streit als Hemmnis?

Im „Land Ulrichshusen“ sollte die Sonne aufgehen. Geht sie jetzt vorzeitig wieder unter? Mancher fürchtet, dass das längst fällige Vorhaben im eiszeitlichen Sand versickert, der das reizvolle Endmoränengebiet geschaffen hat. Zumal es bei einigen Befindlichkeiten zwischen dem heute touristisch eher unbedeutenden, aber größeren Moltzow und dem Nest Ulrichshusen, das sommers zum Mekka der Festspiele wird, gibt.

Das räumt auch Bürgermeister Wilfried Kühl ein, an Streit-Diskussionen um den Gemeindenamen erinnernd. In Moltzow scheint alles länger zu dauern, aber es wird. Ende Oktober jedenfalls hat der Gemeinderat endlich das Konzept beschlossen.

"Die Sitzung war öffentlich, doch keiner ist gekommen"

Eigentlich habe es im Herbst von Seiten „animares“ als Projektleiter noch ein Schlusstreffen geben sollen, aber der Gemeinde-Beschluss habe sich verzögert – der Rat musste diskutieren, ob in den Workshops beschlossene Maßnahmen gewollt sind. Die Gemeindevertretung blieb dabei unter sich. Peter Kascheike von der Gemeindevertretung bedauert: "Die Sitzung war öffentlich, doch keiner ist gekommen." Kascheike möchte dennoch alle erneut moderierend zusammen holen.

Die Finanznöte der Gemeinde  – der Haushalt 2013 wurde erst Ende Oktober beschlossen – lassen dies aber erst 2014 zu. Das Konzept jedenfalls liege dem Land vor, und geprüft werde, welche von der Gemeinde beantragten Maßnahmen gefördert werden können. Dazu zählt ein Wander- und Radwegekonzept.

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