Alle Zeichen stehen auf Abschied:

Im Müritz-Hotel sind die Tage längst gezählt

Nach dem 4. Januar knipst die Hotel GmbH in Klink die Lichter aus. Das steht fest. Aber bis dahin sollen die Besucher nichts vom bevorstehenden Ende einer Ära merken. Tatsächlich haben sich viele Gäste angemeldet, um das Jahresende an der Müritz zu verbringen.

Ein Urlauber-Magnet. Doch das Müritz-Hotel in Klink darf im neuen Jahr keine Gäste mehr empfangen. Das Haus muss definitiv schließen.
Simone Pagenkopf Ein Urlauber-Magnet. Doch das Müritz-Hotel in Klink darf im neuen Jahr keine Gäste mehr empfangen. Das Haus muss definitiv schließen.

Es ist ruhig im Müritzhotel. Kein Wunder, so mitten im November. Wer da reist, den zieht es meist in wärmere Gefilde. Da müssen sich die Anbieter hierzulande seit jeher etwas einfallen lassen, um Gäste zu locken. Im Müritzhotel ist es zum Beispiel die Adventsgala am 29. November. Tags darauf wird zum Brunch geladen. Im Dezember findet unter anderem ein Bildervortrag über das Müritzgebiet statt und auch das traditionelle kleine Markttreiben im Innenhof am 30. Dezember fehlt nicht. „Wir machen unseren Dienst ganz ordentlich bis zum Schluss“, sagt Direktorin Barbara Janka-Pontzen. „Der Gast bekommt nichts mit von den Aktivitäten hinter den Kulissen.“

Nachteile für die Region befürchtet

Dort laufen inzwischen Vorbereitungen für die Schließung des Hauses. Gegen den Eigentümer – die Unternehmensgruppe Avila hatte 2011 das Grundstück gekauft – konnte sich die Müritz Hotel GmbH als Betreiber des Hotels letztlich nicht behaupten. Der Geschäftsführer zog im Sommer die Notbremse. Die Tage im Müritzhotel Klink sind gezählt. Bis 4. Januar werden die Gastverträge erfüllt. Und dabei werden unter den Gäste auch viele sein, die ganz einfach noch einmal kommen wollten, bevor die Lichter ausgehen. Dann wären ohnehin im idyllisch gelegenen Haus Betriebsferien gewesen. Jetzt schließt die Müritz Hotel GmbH ganz. „Es geht nur darum, das Jahr ordentlich zu Ende zu bringen“, sagt Barbara Janka-Pontzen. Die letzten Mitarbeiter stünden allerdings noch bis April in Lohn und Brot, das resultiert aus den Kündigungsfristen.

Es fällt der Direktorin sichtlich schwer, den Betrieb einstellen zu müssen. „Ich habe zugesagt, dass ich bis zum Ende bleibe, trotz Angeboten. Der Kapitän verlässt das sinkende Schiff zum Schluss. Das bin ich auch meinen Mitarbeitern und den Gästen schuldig. Ich bedauere außerordentlich, dass es soweit kommen musste. Es sind nicht nur die persönlichen Schicksale, es wird auch wirtschaftliche Nachteile für die Region bringen“, denkt Barbara Janka-Pontzen nur an Kooperationspartner wie die Waschfee, den Bäcker oder die Schifffahrt.

Ein bisschen Rückblick

„Seit der Übernahme des Hotelbetriebes vor rund 25 Jahren betreuten wir Gäste mit zweieinhalb Millionen Übernachtungen und erwirtschafteten einen Umsatz von 180 Millionen Euro, führten an die Gemeinde Klink rund zwei Millionen Euro Kurtaxe ab und bezogen für 80 Millionen Euro Lieferungen und Leistungen bei unseren regionalen Partnern. Und wir sind besonders stolz auf die rund 300 Jugendlichen, die bei uns ihre Ausbildung in den gastgewerblichen Berufen erfolgreich absolvierten“, heißt es seitens der Geschäftsführung der Müritz Hotel GmbH.

Zudem habe sich das Müritz Hotel auch im kulturellen Leben der Region engagiert, unter anderem den Festspielsommer, die Müritz Saga, das Müritzeum oder das Agroneum unterstützt, aber auch die Warener Tafel, die Kirche oder Sportvereine.

 

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