Neue Messergebnisse sind da:

Immer mehr Autos und doch keine Umgehung

Der Verkehr auf der Bundesstraße 192 nervt die Anwohner in Waren. Und das schon sehr lange. Jetzt sind neue Messergebnisse da. Auswirkungen auf Maßnahmen im Lärmaktionsplan haben die aber fast keine.

Autos über Autos: Die Fahrzeugmenge auf der B 192 hat in den vergangenen zwei Jahren zugenommen - und damit auch der Lärm. Eine gravierende Entlastung ist nicht in Sicht.
Janine Rabe Autos über Autos: Die Fahrzeugmenge auf der B 192 hat in den vergangenen zwei Jahren zugenommen - und damit auch der Lärm. Eine gravierende Entlastung ist nicht in Sicht.

Nun liegt es Schwarz auf Weiß vor: Der Autostrom auf der B 192 in Waren ist noch gewaltiger geworden. „Im Vergleich zu 2013 handelt es sich um eine Zunahme von zehn Prozent“, sagt Maria Patzelt. Sie ist Mitglied der Bürgerinitiative „Pro Ortsumgehung“ und stellte kürzlich im Umweltausschuss zum Punkt „Ruhige Gebiete“ die Ergebnisse der Verkehrsmessung im April 2015 vor. Diese Messung war von der Bürgerinitiative angeregt worden und fand an den Stationen Strelitzer Straße 71 (stadteinwärts) sowie Strelitzer Straße 84 (stadtauswärts) statt.

So sei nicht nur die Anzahl der Pkw um zehn Prozent angestiegen, sondern auch die der Lkw, so Patzelt. Auch in Zahlen fällt das Ergebnis deutlich aus: Waren 2013 insgesamt noch 1858 Brummis auf der B 192 unterwegs, sind es 2015 mit 1956 rund einhundert mehr. Blickt sie in die Zukunft, so werden ihre Sorgen groß. „Experten sagen, dass der Verkehr in den kommenden zehn Jahren um 50 Prozent zunehmen wird“, schildert sie im Ausschuss. 

Beunruhigende Erkenntnis der Messung: In Spitzenzeiten fahren bis zu 360 Fahrzeuge innerhalb von 15 Minuten durch die Strelitzer Straße. „In einer Minute sind das 24 Autos“, sagt Patzelt. Deshalb appellierte sie im Umweltausschuss an dessen Mitglieder, die Gebiete Warener Buchen und Ostufer am Tiefwarensees nicht als sogenannte ruhige Gebiete in den Lärmaktionsplan 2 (LAP 2) aufzunehmen. „Werden diese Gebiete im LAP 2 verankert, gibt es künftig keine Möglichkeit mehr, den Verkehr aus der Stadt herauszuholen“, warnt sie. Sollten die Areale nördlich und östlich am Tiefwarensee dennoch als ruhige Zonen im Lärmaktionsplan genannt werden, dann nur unter einer bestimmten Maßgabe. „Es muss die Option bestehen, dass diese Festlegung zurückgenommen werden kann, wenn die Notwendigkeit einer veränderten Verkehrsführung besteht“, erläutert Maria Patzelt. 

Nachts sind viele Laster zu schnell unterwegs

Auch das Thema Geschwindigkeit ist bei der Messung unter die Lupe genommen worden. Der Auswertung und Maria Patzelt zufolge halten sich 85 Prozent der Fahrzeuge in der Nacht nicht an die Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 Stundenkilometer. „Dass Schilder mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung aufgestellt wurden, hat überhaupt nichts gebracht“, sagt sie. Im Gegenteil. So habe sich bei der Messung herausgestellt, dass Lkw in den Nachtstunden mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 95 Stundenkilometer unterwegs sind. Auch die Autofahrer treten nachts kräftig aufs Gaspedal – sie sind mit Spitzenwerten von bis zu 130 Stundenkilometern vertreten. Radarkontrollen bringen laut Bürgerinitiative nur wenig. „Wenn ein paar Lkw-Fahrer die Blitzer bemerkt haben, tauschen sie sich über Funk aus und die nächsten Brummis fahren dann vorschriftsgemäß“, erläutert Jürgen Behrend von der Bürgerinitiative.