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In 48 Stunden Lust auf 365 Tage machen

Also, zur Beruhigung eines vorneweg: Das Ansommern-Wochenende an der Mecklenburgischen Seenplatte steht unter einem perfekten Wetterstern – 25 Grad, strahlender Sonnenschein und wolkenloser Himmel sind angesagt. Doch mit der 48-Stunden-Aktion verfolgt der Tourismusverband Ziele, die weit über den meteorologischen Sommer hinausreichen.

Wasser satt: Idylle, Erholung, Sport und vieles mehr bietet die Seenplatte.
Christin Drühl Wasser satt: Idylle, Erholung, Sport und vieles mehr bietet die Seenplatte.

Stephanie Maluschak weiß – im wahrsten Sinne des Wortes –, wo man den gemeinen Berliner abholen muss. Beim Thema Mobilität. Als großstadt- und damit auch staugeplagter Metropolbürger lässt der Berliner sein Auto stehen – sofern er überhaupt eins hat. Und setzt sich lieber in S-, U-Bahn oder Tram, um im Minutentakt in der 3,5-Millionen-Einwohner-Stadt von A nach B zu kommen. „Lassen Sie Ihr Auto getrost zu Hause“, macht die Expertin vom Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte mit Sitz in Röbel Gästen und selbstverständlich auch Einheimischen klar, dass beim Ansommern-Wochenende 27 Ausflugsstationen mit mehr als 60 touristischen Angeboten bequem mit Bus und Bahn verbunden sind. Zwar nicht im Minuten- aber immerhin im Stundentakt. Extra für die 48-Stunden-Aktion, die am Sonnabend und Sonntag im Land der 1000 Seen stattfindet.

„Wir möchten mit diesem Wochenende die schönste Reisezeit an Mitteleuropas größter, vernetzter Wassersportregion einläuten“, sagt Maluschak und verweist auf die erfolgreiche Premiere im vergangenen Jahr. Die Bus- und Bahn-Rundreise mit Kultur, Kunst und gutem Essen, mit Wandern, Erholen und Feiern zog 2000 Tagesgäste aus Berlin an die Seenplatte. In diesem Jahr soll das Ereignis noch größer werden – „die bisherige Route zwischen Neustrelitz und Rechlin wird um die Feldberger Seenlandschaft erweitert, sogar Waren, Röbel, Rheinsberg und Neubrandenburg werden angebunden“.

Mobilität muss ein Trumpf werden

Die Touristiker hoffen auf große Resonanz. Bei Auswärtigen und Einheimischen. „Gäste aus dem Großraum Berlin, die am kommenden Wochenende mit günstigen Konditionen anreisen können, sollen rein schnuppern, Lust auf mehr bekommen und dann für einen längeren Urlaub zurückkehren. Einheimische sollen einen eigenen Blick auf die Heimat werfen und werden feststellen, dass sie vielleicht auch noch nicht alles kennen, was die Seenplatte so zu bieten hat“, sagt die Tourismusexpertin, die selbst in Waren zu Hause ist. Und natürlich solle durch das Ansommern auch der touristisch eher weniger frequentierte Zeitraum zwischen Pfingsten und Sommerferien verkürzt werden.

Gleichzeitig soll das Ansommern in den politischen Bereich wirken. Es gelte, den Verantwortlichen in der Verkehrspolitik deutlich zu machen, dass der Bedarf für den öffentlichen Personennahverkehr da sei. Mobilität müsse ein Trumpf für die einheimischen Touristiker werden – um eben auch die verwöhnten Großstädter für die Seenplatte zu begeistern.