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Von Distelfinken und Eisbären
Foto-Wettbewerb. Unsere drei Favoriten besuchen die Redaktion und erzählen von ihrer Leidenschaft Fotografie und wie ihre prämierten Motive entstanden sind.
Von Silke Voß

Waren. Liegt es womöglich daran, dass Malchow ein solch malerisches Städtchen ist, dass alle drei Gewinner unseres Foto-Wettbewerbes aus der Insel- und Klosterstadt kommen beziehungsweise dort arbeiten? Vielleicht reizt es besonders, wenn man von reizvollen Motiven umgeben ist, diese auch festzuhalten und auf diese Weise immer mehr Details zu entdecken, die gar nichts mehr mit der Stadt selbst zu tun haben – wie dies die Motive unserer Preisträger zeigen: Eine kleine Meise mit ihrem gelben Bauch vor knallblauem Winterhimmel von Peter Schmidt – unser Wettbewerbs-Favorit. Ein im klaren Frostmantel schlummernder Hortensienzweig von Ingrid Kass – unser Vize. Und drei wie überrascht aufblickende kleine Kinder mit ihren roten Bäckchen, aufgenommen von Dieter Schmaglowski – unser Dritter. Und viele, viele andere schöne, originelle, seltene Foto-Motive haben uns erreicht, insgesamt 189, für die wir uns noch einmal recht herzlich bedanken möchten.

Peter Schmidt musste lange warten, bis ihm die Meise endlich geduldig Modell saß. Bei minus 14 Grad hat er sich einfach eine dreiviertel Stunde lang mit dem Stativ hingestellt und gewartet – „Vögel sind ja so hippelig!“ Endlich: „Da saß sie dann im Abstand von vier Metern vor mir, ich konnte binnen vier Sekunden gerade drei Mal abdrücken, und schon war sie wieder weg“, schildert Schmidt, dem sich übrigens in seinem Heimatort Groß Rehberg zahlreiche schöne wie seltene Vögel darbieten: Die hellgelbe nordische Schafstelze, der Kernbeißer, die wunderhübschen Distelfinken mit ihrem knallroten Kopf und den gelben Streifen über den schwarzen Flügeln. Schmidt, der übrigens über das Videofilmen zur Fotografie gekommen ist und dem dieser Wunderwinter bereits an die 900 Motive beschert hat, weiß wie wichtig es ist, einen guten Blick für ein Motiv zu haben. Nicht nur die kleinen Tiere reizen ihn – sein Wunsch ist es, einmal einen Eisbären im Schnee zu fotografieren. Eine Herausforderung, der geringen Helligkeitsunterschiede wegen! Sein Preisgeld spendet Peter Schmidt den Erdbeben-Opfern auf Haiti.
Makromotive bevorzugt Ingrid Kass, die bereits ein paar Mal erfolgreich beim Blende-Wettbewerb des Nordkurier teilgenommen hat. Ein Eisgebilde an einer Hecke mit Hortensien in Malchow faszinierte sie so, dass sie den Ort bei richtiger Beleuchtung noch einmal mit ihrem Stativ aufgesucht hat. Fast ausschließlich Naturmotive fotografiert Ingrid Kass. Blumen etwa bearbeitet sie gern noch einmal digital, dass sie noch malerischer wirken. Bekannt sich die Fotografien von Ingrid Kass auch aus Ausstellungen im Ansgar Stift Waren oder der Mühle Röbel. Sie fotografiert einfach, weil es ihr Freude macht, verriet sie am Montagabend in der Redaktion, als sie ebenfalls freudestrahlend den Preis in Empfang nahm. Diesen möchte sie in ihre Fotokasse tun.
Dieter Schmaglowski ist Fotofreunden in der Region auch kein Unbekannter. Der Malchower hat nun den dritten Preis mit einem Bild aus einer Folge von Aufnahmen gewonnen, die er an der Malchower Drehbrücke gemacht hat. Dort hatte die Tagesmutti Sabine Micheel mit ihren Schützlingen gerade die Enten gefüttert. Dieter Schmaglowski möchte seinen Gewinn dem Malchower Tierheim zugute kommen lassen.
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© Nordkurier.de am 03.09.2010

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