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Waren zeigt sich überfordert bei Unterbringung von Flüchtlingen

Geht es um Wohnungen für Flüchtlinge, dann kann Waren nicht behaupten, sich vorzudrängeln. Noch immer hat die Kommune nicht genug Raum für die zu erwartenden etwa 60 Menschen. Und dann gibt es da auch noch Vorwürfe an die Wogewa und die Stadtverwaltung, die aufhorchen lassen.

Flüchtlinge aus den Kriegs- und Krisengebieten der Welt werden auch in unsere Region kommen.
Oliver Mehlis Flüchtlinge aus den Kriegs- und Krisengebieten der Welt werden auch in unsere Region kommen.

Wenn das so weitergeht, dann wird es traurig: Für die Flüchtlinge, die in Waren eine Bleibe finden sollen. Und für die Stadt. Wobei, für die ist es längst betrüblich: Denn wirklich erfolgreich war sie bis dato in puncto Wohnungssuche für die Fremden nicht. Da war Bürgermeister Norbert Möller vor einigen Wochen gar selbst losgezogen. Nicht nur bei Privatleuten, die vielleicht etwas frei haben. Sondern er fragte auch bei der  Warener Wohnungsbaugesellschaft (Wogewa), die als 100-prozentiges Tochterunternehmen die Not lindern sollte. Und nun das: Hieß es vor Kurzem noch, dass man über zwei Vier-Raum-Wohnungen nachdenke, so sagte am Mittwoch Wogewa-Chef Martin Wiechers, dass man verbindlich erst eine Wohnung für die Flüchtlinge präsentieren könnte. Man sei aber weiterhin auf der Suche. Bei einem Leerstand von 0,2 Prozent sei im Moment einfach nicht mehr drin. 

Wirklich nichts mehr frei?

Das weckt in der regionalen Wohnungsbranche laute Stimmen. Und sei schlichtweg nicht wahr. Besagter Mini-Leerstand könne gar nicht stimmen, da bei einem Wechsel der Wohnungsanbieter oft genug etwas bei der Wogewa frei sei. (Bei einem Bestand von etwa 4500 Wohnungen wären das nicht mehr als maximal acht freie Quartiere. Anm. d. Red.) Als städtische Tochtergesellschaft, so die Kritiker weiter, müsse aber gerade das kommunale Tochterunternehmen sich besonders bemühen, sozialen Wohnraum und diesen eben auch für Flüchtlinge zu schaffen. Nach Lage der Dinge sei wohl nicht auszuschließen, dass da auch Befindlichkeiten gegenüber Ausländern eine Rolle spielen könnten. Frauen mit Kopftüchern in den Cafés am Hafen und in der Stadt trübten in den Augen einiger Politiker und Warener vermutlich das idyllische Bild einer Touristenstadt, heißt es aus Unternehmerkreisen.

Man lässt nicht locker

Nach all den Monaten, in denen immer mehr Flüchtlinge aus Syrien, Eritrea, Somalia auf der Flucht vor Krieg und Diktatur nach Europa drängten, könne weder Waren noch der Landkreis die Hände in den Schoß legen.

Davon sei man auch weit entfernt, heißt es aus der Kreisverwaltung in Neubrandenburg: „Momentan sind zum Beispiel alle angebotenen Wohnungen der TAG belegt.“ Die Verhandlungen mit der Wogewa gingen weiter und auch die Angebote privater Anbieter würden geprüft. „Hier wird davon ausgegangen, dass weitere geeignete Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge bereitgestellt werden können“, formulierte es Annett Thurm aus der Pressestelle der Kreisverwaltung. Was die aktuell genaue Anzahl der Wohnungen betrifft, gab es trotz Anfrage keine genaue Auskunft.Nach Nordkurier-Recherchen sind die besagten vier Wohnungen der TAG Wohnen & Service GmbH bereits vermietet, darunter auch an Ukrainer. Diese sind in der vergangenen Woche eingezogen. Nägel mit Köpfen hat auch das Überregionale Ausbildungszentrum (ÜAZ) gemacht. Wie einst angekündigt, werden im hauseigenen Lehrlingswohnheim, dem „teenotel“, fünf Doppelzimmer ab August dieses Jahres für Flüchtlinge bereitgestellt.

Wie es in der Warener Stadtverwaltung bei der Wohnungssuche weitergeht, ist offen. Denn so heißt es auf Anfrage schriftlich: „Gegenwärtig gibt es keine weiteren Optionen oder ausstehenden Gespräche.“