Erlebnis:

Jäger der Nacht sind auch im Müritzeum auf Beutezug

Nachts im Müritzeum“ ohne Eltern - das ist für viele Mädchen und Jungen bereits ein kleines Erlebnis. Wenn es dann noch  Geschichten über Fledermäuse zu hören gibt, kann es auch schnell passieren, dass die Organisatoren vom Ansturm überwältigt werrden.

Fiene Ziegler vom Müritzeum (rechts) räumte bei der KInder-Aktion „Nachts im Müritzeum“ mit Vorurteilen gegenüber Fledermäusen auf.
Stephan Radtke Fiene Ziegler vom Müritzeum (rechts) räumte bei der KInder-Aktion „Nachts im Müritzeum“ mit Vorurteilen gegenüber Fledermäusen auf.

Mareike Wauer und Fiene Ziegler vom Müritzeum rieben sich verblüfft die Augen, als sie gleich 35 Kindern gegenüberstanden, die alle nur allzu gerne eine „Nacht im Müritzeum“ verbringen wollten.  „Geplant hatten wir mit 25 Kindern“, freute sich Umweltpädagogin Mareike Wauer über den Ansturm. Sie ordnete schnell ihre Taktik neu: „Wir bilden einfach zwei Gruppen.“  Für die nächsten 90 Minuten waren lediglich Kinder ab sechs Jahren im Müritzeum erlaubt – Eltern unerwünscht.

Mit einer kleinen Geschichte der „Fledermäuse von Burg Schattenfels“ eröffnete die Umweltpä-dagogin die Exkursion, die viele Informationen über die Flattertiere bereit hielt. „Sie sehen mit den Ohren und fliegen mit ihren Händen“, machte Mareike Wauer die Kinder neugierig. „13 verschiedene Arten der Fledermaus, die eigentlich keine Maus ist, gibt es in der Müritzregion“, erklärte die Biologin. Deutschlandweit sind gut zwei Dutzend  bekannt. Ultraschall-Signale aussendend, jagen die Fledermäuse durch die Nacht.

„Und auch heute werden wir welche beobachten können“, versprach Mareike Wauer. Denn bei 17 Grad Celsius nutzten die Fledermäuse den lauen Herbstabend, um sich noch einmal richtig satt zu fressen.

„Bis zu 4000 Mücken verspeist eine Fledermaus pro Nacht“, erklärte Biologin Wauer. Aber auch Nachtfalter und andere Insekten stehen auf dem Speiseplan. „Menschenblut kommt da nicht wirklich vor“, betonte Fiene Ziegler. Der Mythos über die kleinen Vampire trifft lediglich auf eine Art zu. „Und die bevorzugen etwas Rinderblut.“

Um einiges an Wissen reicher beendeten die Mädchen und Jungen ihre spannende Exkursion mit einer abendlichen Wanderung über das Außengelände. Denn „Nachts im Müritzeum“ lassen sich auch die Jäger der Nacht beobachten.