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Jugendzentrum-Affäre steht vor Abschluss

Endlich hat sich der Untersuchungsausschuss des Kreistages ein klares Ziel für den Abschluss gesetzt. Das Gremium sollte analysieren, warum es bei der Millionenspende für ein Jugendzentrum in Waren zu so vielen Ungereimheiten gekommen war.

Was so lange dauert, muss doch endlich zu einem Ende kommen. Nach fast zweijährigem Wälzen von Akten, Dokumenten und dem Anhören zahlreicher Zeugen will der Untersuchungsausschuss „Jugendzentrum“ des Kreistages im Februar seinen Abschlussbericht vorlegen. Das sagte am Wochenende der Ausschuss-Vorsitzende, der Warener Toralf Schnur (FDP) auf Nordkurier-Nachfrage. Bereits Mitte Dezember soll ein Zwischenbericht alle Fraktionen des Kreistages erreichen, versprach der Liberale. Der Ausschuss wurde ins Leben gerufen, nachdem der Spender von gut zwei Millionen Euro für ein Jugendzentrum in Waren, Jost Reinhold, das Geld wegen Untätigkeit der Verwaltungen in der Stadt und dem Landkreis wieder zurückgefordert hatte. Auch die Stadtvertretung in Waren hatte eine zeitweiligen Ausschuss zur Untersuchung der Angelegenheit einberufen. Der legte bereits vor einem Jahr seinen Bericht vor.

Dessen Pendant im Kreistag hatte sich mehr Zeit gelassen – so viel, dass die Fraktion der Linken ihre Leute schon abberufen wollte. „Wir hatten vor, das Gremium zu verlassen“, bestätigte die Malchowerin Elke-Anette Schmidt. Schließlich hätte der Ausschuss vor der Sitzung im November acht Monate im Dornröschenschlaf gelegen. Indes mache man nun, wo das Ziel vor Augen liege, weiter. „Kein Zweifel, mehr Tempo wäre gut gewesen“, stimmt der CDU-Vertreter Thomas Diener dem zu, der die ganze Angelegenheit mit den fast vertrödelten Millionen ein „Stück aus dem Tollhaus“ nennt. Der größte Fehler sei seinerzeit gewesen, der Stadt Waren und dem alten Landkreis Müritz je eine Million zu überlassen – in der guten Hoffnung, die beiden würden zueinander finden. „Aber eine Verwaltung hat sich auf die andere verlassen.“ Auch Schnur musste „kaum zu fassende Abstimmungsfehler“ zwischen der Kreis- und der Stadtverwaltung konstatieren. Darüber hinaus „tiefes Misstrauen“ zwischen den Protagonisten in den Verwaltungsspitzen. Außerdem viel zu wenige Informationen, die schließlich die gewählten Abgeordneten im Kreistag oder in der Stadtvertretung erreichten.

„Man muss sich das mal vorstellen“, so Schnur, „schon im Juni 2010 wusste man von der Spende, aber erst im Oktober sind Kreistag und Stadtvertretung informiert worden“.

Obwohl der Spender Reinhold das Geld wieder bereit gestellt hat und ein Plan für einen Bau vorliegt, glauben die Ausschussmitglieder dennoch an einen praktischen Wert ihrer Arbeit. Alle Beteiligten müssen jederzeit über alles informiert werden, so die Botschaft.

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