Bundestagswahl:

Kanzlerin Merkel kommt nach Waren

Wenn Angela Merkel heute in Waren am Start ist, lassen sich das auch Warens Bürgermeister-Kandidaten nicht entgehen. Bis auf einen wollen alle dabei sein.

Die Warener erwarten am Freitag die Bundeskanzlerin.             
Carmen Jaspersen Die Warener erwarten am Freitag die Bundeskanzlerin.  

Ingo Warnke geht hin, Axel Müller sowieso und auch Toralf Schnur will sich sehen lassen. Von den vier Männern, die am 22. September die Bürgermeister-Wahl in Waren gewinnen wollen, fehlt nur Norbert Möller. Dabei wäre auch der Kandidat der SPD gern dabei gewesen, wenn am Freitagnachmittag die CDU-Vorsitzende Angela Merkel im Stadthafen zum Wahlvolk spricht. Höhere Gewalt aber verhindert den Besuch des Sozialdemokraten bei der CDU-Spitzenfrau.

„Ich gehöre zum Organisationsteam des Müritz-Triathlons, der am Wochenende über die Bühne geht. Und gerade zu der Stunde sind wir dabei, die Wechselzonen im Warener Volksbad einzurichten. Schade.“ Denn auch Möller meint, von der Kanzlerin etwas lernen zu können. „Sie kann Leute überzeugen. Angela Merkel ist zwar ein Machtmensch, ganz sicher, doch vermag sie, auf Menschen einzugehen.“

Axel Müller, der Mann, der nach dem Willen der CDU das Rathaus erobern soll, will schon mindestens eine Stunde vorher im Stadthafen anwesend sein. Sein Wunsch. Etwas vom Glanz der Bundesvorsitzenden möge auch auf ihn abfärben. „Ich will ihre Anwesenheit für mich nutzen, ganz klar.“ Außerdem, so Müller, habe er die ostdeutsche Kanzlerin noch nie live gesehen. Wenn alles gut klappt, kann er dies am Freitag sogar aus allernächster Nähe tun. „Kann sein, ich darf mit auf die Bühne“, hat er gehört. Überhaupt, meint der Rathaus-Kandidat, gebe es Ähnlichkeiten zwischen ihnen: „Sie macht keine Radaupolitik und ich auch nicht. Beide stehen wir für seriöse und sachliche Diskussionen, die aber irgendwann mit einer Entscheidung beendet werden.“

Der parteiunabhängige Ingo Warnke, Bauunternehmer und Mitglied der Müritzer Unternehmensgruppe, weiß auch sofort, was ihn mit Angela Merkel verbindet. „Ich bin sehr ehrgeizig“, so der erfolgreiche Drachenboot-Sportler, „und sie auch.“ Auf alle Fälle werde er sich ihren Auftritt nicht entgehen lassen. Schon vor Jahren, als die Dame aus der Uckermark in Waren weilte, sei er am Ort des Geschehens gewesen. „Aber direkt etwas von ihr lernen, ich weiß nicht“, sagt Warnke, der gerade seine Wahlplakate in Empfang genommen hat und bald sein Konterfei ins Stadtbild einfügen möchte. „Bundes-Wahlkampf und Bürgermeister-Wahlen, so richtig kann man das wohl nicht vergleichen.“

Toralf Schnur, der für die Liberalen das Rathaus erobern will, wollte eigentlich dem Kanzlerin-Auftritt fernbleiben. „Die Frau hat kein Charisma“, so der Mann der FDP. Er wäre, so der ursprüngliche Entschluss, auch nicht in Richtung Stadthafen spaziert, wenn nicht, ja, wenn nicht die deutsche Ausgabe des „Wall Street Journal“ ihn um ein Interview zur Politik in der Mecklenburgischen Seenplatte gebeten hätte. „Und wenn ich dann sowieso in der Stadt bin, kann ich mir auch Frau Merkel anhören.“ Neues aber, so der FDP-Kreischef, erwarte er nicht. „Was kann sie mir sagen, was ich nicht schon weiß?“

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