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Kapitän steuert bei der Zeitung mit

VonJörg DöbereinerDie große Leidenschaft von Hans-Joachim Kreye ist das Segeln. Aber auch seine Heimatzeitung gehört für den Warener zum täglichen ...

Boots, Modelle, Knoten, Wasser-Bilder: So mancher Schmuck-Gegenstand in seinem Haus verrät es: Hans-Joachim Kreye ist begeisterter Segler. Seit Anfang des Jahres mischt er im Leserbeirat des Nordkurier mit.  FOTO: Jörg Döbereiner

VonJörg Döbereiner

Die große Leidenschaft von Hans-Joachim Kreye ist das Segeln. Aber auch seine Heimatzeitung gehört für den Warener zum täglichen Leben. Als Mitglied des Leserbeirates bringt er sich in den Nordkurier mit ein.

Waren.Vor dem Haus in der Warener Gerhart-Hauptmann-Allee steht der Name auf einem blauen Keramik-Boot mit weißem Segel: „Kreye“. Innen sind Fensterbrett und Bücherregal des Wohnzimmers mit Modellschiffen dekoriert. An der Wand hängen verschiedene Seemannsknoten. Ganz klar - da liebt einer das Wasser.
Bis vor drei Jahren unterrichtete Hans-Joachim Kreye noch selbst als Segellehrer. Mittlerweile trifft man ihn häufiger im eigenen großen Garten als auf der Müritz. Im kommenden Sommer aber macht er einmal mehr die Leinen los. Dann will er gemeinsam mit zwei Freunden ein Boot von Bremen über den Nord-Ostsee-Kanal nach Waren überführt. „Drei Wochen soll die ganze Tour dauern“, sagt der 81-Jährige, und lächelt voller Vorfreude, wenn er von der anstehenden Tour erzählt.
Zum Leserbeirat des Nordkuriers kam Hans-Joachim Kreye über die Readerscan-Studie der Zeitung im vergangenen Jahr. Wie eine ganze Reihe weiterer Leser markierte er mit einem elektronischen Stift, was er las, und gab seiner Heimatzeitung so Informationen über das, was ihn als Leser besonders interessiert. „Es hat mich technisch gereizt, wie man mit einem Stift Infos über das Leseverhalten bekommen kann“, sagt er. Der sechsfache Großvater und vierfache Urgroßvater liest den Nordkurier seit seiner ersten Ausgabe und blätterte bereits in der Freien Erde. Jetzt aber hat sich bei der täglichen Lektüre noch mal einiges verändert. „Seitdem ich im Leserbeirat bin“, sagt er, „lese ich die Zeitung mit anderen Augen.“
Eigene Themengebiete, für die er sich im Beirat besonders einsetzen will, hat Hans-Joachim Kreye nicht. „Mir geht es eher um Dinge, die mir beim Lesen spontan auffallen“, meint er.
Mit der Müritz-Zeitung beginnt für den 81-Jährigen der Tag. Der Lokalteil gehört zur morgendlichen Pflichtlektüre. Der Rest der Zeitung folgt dann im Laufe des Tages. Na gut, nicht jede Seite bekommt seine ungeteilte Aufmerksamkeit. „Promi-Geschichten oder die Babyseite lese ich gar nicht“, sagt er. Trotzdem findet er auch diese Teile in der Zeitung wichtig, weil er weiß, dass sie viele andere Leser interessieren. Die richtige Mischung macht es eben aus. Bei den Überschriften ist Hans-Joachim Kreye schon weniger bereit zu Kompromissen. „Ich habe etwas gegen reißerische Überschriften“, sagt er. Die möchte er in seinem Nordkurier lieber nicht sehen. Richtig ärgern muss er sich bei der Zeitungslektüre glücklicherweise nur selten. „Mit der Stadtpolitik bin ich ganz zufrieden, mit der Kreisgebietsreform weniger“, sagt der Warener. Wenn er sich einmal so richtig aufregt, dann meist über die deutschlandweite oder die internationale Politik. Dagegen kann er freilich auch als Leserbeirat nur wenig tun.

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