Bitterer Abschied vom Müritz Hotel:

Katastrophen-Tourismus behindert Auszug

Das Schicksal des bald leer stehenden Müritz Hotels in Klink beschäftigt die Menschen aus der Region. Aber dass die sich jetzt die Nasen an den Scheiben platt drücken, wird im Inneren des Hauses mit einem lachenden und einem weinenden Auge gesehen.

Alles muss raus. Das Müritz Hotel in Klink wird leer geräumt.
Thomas Beigang Alles muss raus. Das Müritz Hotel in Klink wird leer geräumt.

Hau ruck! Ächzend schleppen die starken Männer wieder Regale nach draußen. Ein Umzugs-Laster nach dem anderen fährt am Haupteingang des Müritz Hotels in Klink vor und lässt sich beladen. Weg muss alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Zum Jahresbeginn hat man sich hier von den letzten Urlaubern verabschiedet, nachdem die Hotelbetreiber sich mit den Eigentümern, der Avila-Gesellschaft aus Berlin, nicht auf einen neuen Pachtvertrag einigen konnten. Mehr als 100 Mitarbeiter müssen sich einen neuen Job suchen.

Bis Ende Januar besenrein

Bitter, der Abschied. Offiziell mag auch in der Hotelleitung niemand etwas über den Verlauf der letzten Tage des Hauses etwas sagen. Nur soviel: Bis Ende Januar, so der Plan, soll alles besenrein an die Besitzer übergeben werden. Eine riesengroße Herausforderung. Obwohl die Gäste fehlen, hätten alle Mitarbeiter alle Hände voll zu tun, heißt es. Und wenig Lust, sich bei der Abwicklung des Hauses beobachten zu lassen. Täglich, so die Wahrnehmung, stünden Leute vor der Tür und würden alles in Augenschein nehmen.

Verständlich zwar, weil das Müritz Hotel viele Jahre wie selbstverständlich zur Region gehörte und die Zaungäste deshalb Anteil nehmen. Andererseits aber komme es den Mitarbeitern wie Katastrophen-Tourismus vor, was sich gegenwärtig hier so abspiele. „Wenn die mal alle auch früher regelmäßig zu uns gekommen wären“, sagt eine Mitarbeiterin verbittert.

Zukunft ungewiss

Was genau hier in Klink in naher Zukunft geschehen soll, bleibt weiterhin unklar. Laut ist nichts über schon vorhandene Abrisspläne zu vernehmen, geschweige denn über konkrete Pläne für den Neubau eines Hotels hier am Ufer der Müritz. Zwar heißt es, der Chef der Avila-Gruppe, Douglas Fernando, der mit seinem Petrus-Werk in Österreich wegen Finanzierungsproblemen in die Schlagzeilen geraten war, habe schon vor einigen Vertrauten Pläne herum gezeigt. Offiziell ist aber noch gar nichts.

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