Der Streit geht weiter:

Kaufhaus Stolz - eine Geschichte ohne Ende

Nach drei Jahren Wartezeit hat sich am Donnerstag das Verwaltungsgericht in Greifswald der Klage gegen den verbotenen Bau in Waren angenommen.

Ein Prototyp der Kaufhaus-Kette, die auch gern in Waren bauen möchte.
Kaufhaus Stolz Ein Prototyp der Kaufhaus-Kette, die auch gern in Waren bauen möchte.

Viereinhalb Stunden haben sich Verwaltungsrichter in Greifswald am Donnerstag Gutachter und Sachverständige angehört, debattiert und abgewogen – um zu guter Letzt eine Entscheidung über den Bau eines Kaufhauses in Waren erneut zu vertagen. Wann nun, drei Jahre nach der Klage gegen die versagte Baugenehmigung, ein Urteil gesprochen werden kann? „Wer nur mit einigen Wochen rechnet, liegt wohl falsch“, sagt der Sprecher des Verwaltungsgerichts, Heinz-Gerd Stratmann.

Dabei wird gerade in Waren eine Entscheidung erwartet. Die Pläne der Kaufhauskette Stolz, auch hier eine Filiale zu errichten, war Auslöser für heftige Auseinandersetzungen. Die Befürworter – in einer online-Umfrage des Nordkuriers stimmten seinerzeit rund 75 Prozent aller Teilnehmer für das Kaufhaus – sahen sich Gegnern gegenüber, die negative Folgen für den Einzelhandel in der Innenstadt befürchteten. Und auch die Stadtverwaltung sprach sich gegen das Kaufhaus Stolz an dem geplanten Standort in der Strelitzer Straße aus.

Ergebnisse der Gutachter könnten nicht unterschiedlicher sein

Die Argumente der Gegner und ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten, welches Konsequenzen für Innenstadthändler prophezeite, gab den Ausschlag, keine Genehmigung zu erteilen. Gegen die Entscheidung klagte der Grundstückseigentümer. Um zu einem objektiven Ergebnis zu gelangen, hatte auch das Verwaltungsgericht ein  Gutachten in Auftrag gegeben. Das kam allerdings zu einem ganz anderen Ergebnis als das erste: Die Innenstadt-Händler hätten wohl kaum Einbußen zu erwarten.

„Dieser Gutachter ist vom Gericht angehört worden“, so der Sprecher der Behörde, Heinz-Gerd Stratmann. Aber auch Vertreter des Bauamtes und der Stadt Waren durften sich äußern. „Im Ergebnis ist das Gericht zu dem Schluss gekommen, dass dieses Gutachten noch einiger Ergänzungen bedarf“, so Stratmann weiter.

Wie der Geschäftsführer der Kaufhauskette, Martin Stolz, zu früherer Gelegenheit dem Nordkurier sagte, begehe man in Waren einen großen Fehler, wenn der Bau seines Kaufhauses verhindert werde. „70 Prozent unseres Angebotes sind nirgendwo in Waren erhältlich.“ Viele Warener Bürger würden deshalb in größere Städte wie Rostock oder Neubrandenburg fahren. „Und wenn die erst mal dort sind, kaufen sie auch richtig ein und geben Geld aus, das Waren verloren geht.“

Weiterführende Links

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung