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Kaufmann wehrt sich gegen wabernde Warener Gerüchte

VonThomas BeigangEin Müritzer Unternehmer fühlt sich und seine Familie von Rufmord bedroht. Gegen die Anschuldigungen geht der Mann jetzt vor und dreht den ...

Ingolf Schubert, Kaufmann und Geschäftsführer, fühlt sich von durch Waren wabernden Gerüchten bedroht und hat die Polizei eingeschaltet. [KT_CREDIT] FOTO: Thomas beigang

VonThomas Beigang

Ein Müritzer Unternehmer fühlt sich und seine Familie von Rufmord bedroht. Gegen die Anschuldigungen geht der Mann jetzt vor und dreht den Spieß mit einer Anzeige bei der Polizei einfach um.

Waren.Ohne Handschellen und Fußfesseln marschiert Ingolf Schubert durch seine Heimatstadt. Eigentlich ein Wunder, will man glauben, was in Waren derzeit für Gerüchte um den Geschäftsführer von drei Einkaufsmärkten kursieren. In Menschenhandel mit illegal eingereisten Prostituierten soll er verwickelt sein, Geldwäsche betrieben haben und in Rostock hat er sich mit immerhin 30 Gramm Kokain in der Tasche erwischen lassen. Nur die Zahlung einer sechsstelligen Kautionssumme, so wird kolportiert, habe den 34-Jährigen davor bewahrt, in Untersuchungshaft einziehen zu müssen.
„Alles Quatsch“, wischt Schubert die Gerüchte beiseite. „Ich habe mir, von zu schnellem Autofahren mal abgesehen, noch nie etwas zuschulden kommen lassen. Die Polizei ermittelt nicht gegen mich.“ Auf Nordkurier-Nachfrage bei der Polizei bestätigt der Sprecher des Neubrandenburger Polizeipräsidiums, Andreas Scholz, dieses: „Es liegen keine Erkenntnisse über Ermittlungen gegen Ingolf Schubert vor.“ Der Warener Kaufmann will dagegen jetzt den Spieß umkehren. Gestern, so sagt er, habe er bei der Polizei in Waren Anzeige wegen Verleumdung erstattet. „Es geht so nicht mehr weiter“, beklagt der Mann den „Shitstorm“, der über ihn hereingebrochen ist. „Die Familie leidet unter den Gerüchten, die Mitarbeiter werden fast pausenlos deswegen angesprochen und auch ich habe wahrhaft Wichtigeres zu tun.“ Schubert meint auch, schon einen konkreten Verdacht zu hegen, aus welcher Ecke die üblen Gerüchte in Umlauf gebracht werden. „Das habe ich der Polizei auch mitgeteilt.“ Selbst eine Privatdetektei sei schon eingeschaltet, die sich in Schuberts Auftrag um die leidige Angelegenheit kümmert.
Dabei steht für Geschäftsführer Schubert derzeit einiges auf dem Spiel. Am 28. Mai befasst sich der Stadtentwicklungsausschuss der Warener Stadtvertretung mit zwei verschiedenen Konzepten für den Einzelhandel in der Teterower Straße. Hier will Ingolf Schubert einen neuen Markt bauen, ein anderes Einzelhandelsunternehmen auch.
Ausschuss-Vorsitzender Ralf Schütze (SPD) sagte am Dienstag, dass der Ausschuss aber wahrscheinlich noch keine Empfehlung für oder gegen einen der beiden Investoren treffen werde. Darüber soll erst in den Fraktionen der Stadtvertretung beraten werden, bis die dann einen Entschluss fasst.

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