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Kette lüftet Geheimnis der Grabplatten

VonPetra KonermannEin Schritt nach dem anderen: Die Reihenfolge bei den nächsten Sanierungsarbeiten an der Malchower Klosterkirche ist immens wichtig. Denn ...

Die Gefahr ist allgegenwärtig. In den Nahbereich der Malchower Klosterkirche darf niemand hinein: Giebelteile drohen abzustürzen. Einige sind bereits heruntergefallen.  FOTO: Petra Konermann

VonPetra Konermann

Ein Schritt nach dem anderen: Die Reihenfolge bei den nächsten Sanierungsarbeiten an der Malchower Klosterkirche ist immens wichtig. Denn ansonsten ist die Sicherheit der Fachleute gefährdet.

Malchow.„Wenn hier etwas herabfällt, dann hilft auch kein Bauhelm mehr.“ Architekt Rainer Autzen ist in Sachen Sanierung von Dach und Schiff der Malchower Klosterkirche ganz sicher kein Schwarzmaler. Aber Sorge um die Sicherheit der Fachleute macht es nötig, jeden Schritt in dem Sanierungsvorhaben genau zu planen. Das Dach und die Außenfassade des Denkmals sollen saniert werden (der Nordkurier berichtete).
Rund 700 000 Euro wird nach Aussage des Architekten das Vorhaben kosten. Doch bevor ein großes Gerüst Zugang zum Gemäuer verschafft, um zunächst aus nächster Nähe die Schäden zu begutachten, müssen Grabplatten geborgen werden. Die liegen auf dem Außengelände zur See-Seite hin, also genau dort, wo das Gerüst stehen wird und genau dort, wo ein Landschaftsarchitekt den Außenbereich attraktiv gestalten soll. Eigentlich war das das Projekt, was zuerst in Angriff genommen werden sollte.
Doch das Gemäuer und vor allem die Giebel der Klosterkirche sind inzwischen so marode, dass immer wieder Gesteinsteile herabfallen. Bevor also die Landschaftsbauer aktiv werden können, muss nun die Kirchen-Außenhaut saniert werden. Mit einer Hubbühne müssen Mauerteile hoch oben an der Kirche gesichert werden, dann können unten die alten Grabplatten gefahrlosgeborgen werden
Eines basiert auf dem anderen, ist ein Schritt gemacht, kann der nächste folgen. „Das ist eine Kette, an die wir uns halten müssen“, macht Architekt Autzen klar. Die Grabplatten stammen aus dem 19. Jahrhundert, eine ist sogar noch älter. „Wir wissen allerdings nicht genau, ob sich darunter wirklich Gräber befinden. Es kann auch sein, dass die Grabplatten dort abgelegt wurden“, erklärt Rainer Autzen. Fachleute müssen anrücken, um die zum Teil stark beschädigten Grabplatten aufzunehmen. Ist das geschehen, können Aussagen darüber getroffen werden, ob es sich auch um Gräber handelt und wie dann das weitere Vorgehen sein wird. Klar ist schon jetzt, dass die Platten erhalten und ausgestellt werden sollen. „Im Kloster Dobbertin wurden ebenfalls Grabplatten gefunden. Die werden, mit einem Rahmen versehen, in einer Ausstellung gezeigt“, nennt Autzen ein Beispiel für eine mögliche Vorgehensweise. Die wird auch von Denkmalpflegern mitbestimmt, die bei den Sanierungsvorhaben Klosterkirche natürlich beteiligt sind. „Das alles muss in Ruhe und mit allen Beteiligen abgewogen werden“, macht Rainer Autzen deutlich. Momentan geht es darum, wie von außen, ohne ein Gerüst,die Steine aus luftiger Höhe gesíchert werden können, die herabzufallen drohen. „Erst wenn das geschehen ist, kann der nächste Schritt, die Bergung der Grabplatten in Angriff genommen werden“, unterstreicht Rainer Autzen.

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p.konermann@nordkurier.de