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Kinder werden immer öfter Opfer von Straftaten

Einmal im Jahr können Jungen und Mädchen ihren schweren Alltag vergessen – in einem Camp der Landespolizei. Ein Camp, das dringender und wichtiger denn je ist.

Beim "Outdoor-Camp" dürfen Zelte nicht fehlen. Manch einem Teilnehmer wurde darin über Nacht ziemlich kalt.
Nadine Schuldt Beim „Outdoor-Camp” dürfen Zelte nicht fehlen. Manch einem Teilnehmer wurde darin über Nacht ziemlich kalt.

Das Camp wird seit 23 Jahren für Kinder veranstaltet, die in Großfamilien oder Kinderheimen aufwachsen beziehungsweise deren Eltern nicht in der Lage sind, ihren Kindern eine Ferienfahrt zu ermöglichen. Auch Kinder, die Opfer von Straftaten geworden sind, sind im Camp dabei. „Vor unserer Nachtwanderung hatte sich ein Mädchen geöffnet, dass es Opfer eines Sexualdeliktes war“, nennt Campleiterin Kathrin Wunderlich-Nickel ein Beispiel.

Laut Statistik wurden 2016 im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte 326 Kinder im Alter zwischen 0 und 14 Jahren Opfer einer Straftat. Dahinter verbergen sich Delikte wie sexueller Missbrauch, Vergewaltigung, Körperverletzung oder Raub. Einer Steigerung um 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei den Opfern im Alter zwischen 14 und 18 Jahren stieg die Zahl der Opfer um 25,1 Prozent.

Zahlen, die zeigen, wie wichtig ein Camp für die Jugendlichen ist, um einmal im Jahr Herkunft und oftmals damit verbundene Sorgen und Nöte zu vergessen. 23 Betreuer kümmern sich in Malchow um die Jungen und Mädchen – und bieten ein attraktives Programm: Piraten-Open-Air in Grevesmühlen, Erdbeerhof in Rövershagen, eine Nachtwanderung oder eine Fahrt mit dem Boot der Wasserschutzpolizei. „Die Teilnehmer sollen Sachen erleben, zu denen sie sonst nicht unbedingt die Möglichkeit hätten“, sagt Kathrin Wunderlich-Nickel.