Haus in Kaeselin in Flammen:

Kinderzimmer brennt komplett aus

Als zwei jugendliche Mädchen gerade in der Schule sitzen und lernen, fressen die Flammen zu Hause alles auf, was beide so geliebt haben. Aus ihrem Zimmer kann die Feuerwehr nichts mehr retten. Und muss sogar noch die Decke einreißen.

Die Zimmerdecke muss raus, zu groß die Gefahr eines erneuten Brandes in dem Unglückshaus in Kaeselin. Die Feuerwehrleute reichen die verkohlten Bretter nach draußen.
Thomas Beigang Die Zimmerdecke muss raus, zu groß die Gefahr eines erneuten Brandes in dem Unglückshaus in Kaeselin. Die Feuerwehrleute reichen die verkohlten Bretter nach draußen.

Schöne Bescherung genau drei Wochen vor Heiligabend: Am Mittwoch musste die Feuerwehr mit Blaulicht und allem, was die Motoren der Einsatzfahrzeuge hergeben, nach Kaeselin rasen. In dem kleinen Dorf bei Fincken war in einem Haus in unmittelbarer Nachbarschaft der Bundesstraße 198 ein Feuer ausgebrochen. René Martin, Einsatzleiter der Wehr aus Bütow: „Wir hätten keine fünf Minuten später eintreffen dürfen.“ So sei „nur“ ein Zimmer Opfer der Flammen geworden. „Das Feuer stand aber kurz davor, sich durch die Zimmerdecke nach oben zu fressen.“ Dies hätten die Kameraden aber gerade noch verhindern können. Trotzdem: Die Hitze in der Decke ist so groß, dass sich der Einsatzleiter nach kurzer Beratung dazu entschließt, die Zwischendecke einreißen zu lassen.

Warum gerade in dem Zimmer des Hauses das Feuer ausbrach, weiß noch niemand mit Gewissheit zu sagen. Kurz nach den Feuerwehrleuten treffen Experten der Kriminalpolizei aus dem benachbarten Röbel am Unglücksort ein, um mit ihren Untersuchungen zu beginnen.

Laut Polizei hat ein Zeuge gegen 11.30 Uhr von der nahe gelegenen Baustelle auf der Bundesstraße beobachtet, wie aus einem Raum des Unglückshauses Qualm aufstieg. Sofort habe der die Bewohner alarmiert, die sich zunächst noch bemühen, das Feuer selbst zu löschen. Die Frau des Hauses, in dem mehrere Generationen unter einem Dach leben, sengt sich die Haare an, bis sich die Familie der Ohnmacht ihrer Versuche bewusst wird und die Feuerwehr alarmiert. Doch können auch die Feuerwehrleute, angerückt sind die Kameraden aus Bütow, Fincken und Röbel, in dem Zimmer nichts mehr retten. Die Gemeinde kann ein Ausweichquartier zur Verfügung stellen. Finckens Bürgermeister Erich Nacke, der sofort nach der Alarmierung der Brandbekämpfer das Unglückshaus in Augenschein nimmt, sagt, dass im gemeindeeigenen Wohnblock zwei Wohnungen frei stünden.

Nach ersten Schätzungen der Polizei beträgt der Schaden rund 15 000 Euro. Viel wichtiger aber: Bei dem Feuer ist niemand verletzt worden.