Warens Stadtpräsident gerät unter Beschuss:

Kostenloses Ticket: Die Luft für den Dauerparker wird dünner

Man vertraut sich, man schätzt sich, man steckt in Sitzungen gerne mal die Köpfe zusammen - der neutrale Beobachter bekommt den Eindruck, dass Stadtpräsident René Drühl und Bürgermeister Möller ein Herz und eine Seele sind. Und jetzt wird bekannt, dass Christ- und Sozialdemokrat noch eine weitere Gemeinsamkeit haben. Die hat enorme politische Brisanz.

So geht es richtig: Otto Normalverbraucher muss sich Tickets ziehen und bezahlen. In Waren aber genießt der Stadtpräsident Privilegien.
Uwe Zucchi So geht es richtig: Otto Normalverbraucher muss sich Tickets ziehen und bezahlen. In Waren aber genießt der Stadtpräsident Privilegien.

Rüdiger Prehn (Die Linke) hatte sie nicht, Andreas Handy (CDU) hatte sie nicht und Heidemarie Engelking (Die Linke) verzichtete ebenfalls - alle drei ehemaligen Stadtpräsidenten kamen nicht in den Genuss einer kostenlosen Dauerparkkarte. Dieses Privileg gönn(t)en sich - richtig - jene so vertrauten Weggefährten, der aktuelle Stadtpräsident René Drühl und Norbert Möller, der von 2009 bis Ende 2013 das Amt des obersten gewählten Volksvertreters inne hatte - und nach Informationen des Nordkurier auch als Bürgermeister im Besitz einer Dauerparkkarte ist.

Zum Wohle der Allgemeinheit?

Dass ausgerechnet René Drühl, der sich immer damit brüstet, neben seiner Aufwandsentschädigung in Höhe von 500 Euro keinerlei Vergünstigungen für den Job des Stadtpräsidenten zu erhalten, seit Amtsantritt die kostenlose Dauerparkkarte benutzt, macht einem seiner Vorgänger, dem Linken-Fraktionschef Rüdiger Prehn, schwer zu schaffen. "Ich erwarte, dass sich Herr Drühl in den politischen Gremien der Stadt dazu erklärt und sein Ticket umgehend zurück gibt." Letzteres hatte Drühl in der Freitag-Ausgabe des Nordkurier zumindest angekündigt.

Ob der aktuelle Stadtpräsident die aufkommende Kritik an seiner Vergünstigung politisch ungeschoren übersteht, wollte Prehn abschließend noch nicht beurteilen. "Hinsichtlich einer Rücktrittsforderung möchte ich mich erst mit meiner Fraktion abstimmen", sagte der Ex-Stadtpräsident. Da geht der Liberale Toralf Schnur schon einen kleinen Schritt weiter: "Sowohl Bürgermeister als auch Stadtpräsident sollten sich die Frage stellen, ob sie ihr Amt wirklich noch zum Wohle der Allgemeinheit ausüben. Die Stadt Waren verweigert Eltern von Kindern mit schweren und schwersten Behinderungen unter Verweis auf irgendwelche Gutachten das Ausstellen von Dauerparkkarten."

 

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