Leinenzwang:

Kreis zeigt Waren „kalte Schnauze“

Beim Neujahrsspaziergang werden Warener Hundehalter wohl ihre Schützlinge noch frei laufen lassen dürfen. Doch damit sind Gegner eines generellen Leinenzwangs in der Stadt noch längst nicht auf der sicheren Seite.

Alles im Griff? Damit Hund und Herrchen in der Stadt zusammenbleiben, strebt Waren einen Leinenzwang für die Vierbeiner an.
Uwe Anspach Alles im Griff? Damit Hund und Herrchen in der Stadt zusammenbleiben, strebt Waren einen Leinenzwang für die Vierbeiner an.

Verschnaufpause! Denn in puncto genereller Leinenzwang für Hunde in Waren zeigt der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte den Müritzstädtern eine kalte Schnauze. Der Bescheid vom Kreis steht nämlich noch aus, wie von Harald Hakert, stellvertretender Amtsleiter in der Warener Stadtverwaltung, auf Anfrage zu erfahren war.

Beim Landkreis werde geprüft, ob die neue Verordnung der Müritzstadt rechtens ist und sich mit der Hundehalter-Verordnung des Landes Mecklenburg-Vorpommern verträgt. Darin ist schließlich schon jede Menge geregelt. Aber es ist nicht vom generellen Leinenzwang die Rede. Das möchten die Warener in einer neuen Verordnung zusätzlich in ihre Hundehaltersatzung aufnehmen. Dass man die geliebten Vierbeiner vielleicht fast in der ganzen Stadt an die kurze Leine nehmen soll, das war auf unterschiedliche Meinungen gestoßen.

Hundebesitzer fürchten um artgerechte Haltung ihrer Tiere

Anfang August war das Thema Leinenzwang in Waren aufgetaucht und schon weit vor einer möglichen gültigen Verordnung kontrovers diskutiert worden. Manche Hundebesitzer fürchten gar, dass eine artgerechte Haltung ihrer Schützlinge mit dem generellen Zwang zur Leine fast im gesamten Stadtgebiet bald nicht mehr möglich sei. Schließlich sind aktuell 1238 Hunde in Waren steuerlich registriert. Darunter sechs Tiere, für die das Gassi-Gehen an der Leine und sogar mit Maulkorb schon lange an der Tagesordnung ist. Das sind die sogenannten gefährlichen Hunderassen, die dürfen ohnehin nur mit Leine in der Stadt unterwegs sein. Das schreibt die Hundehalterverordnung des Landes M-V generell für die als gefährlich eingestuften Rassen vor.

Von Tierquälerei könne aber auch im Falle eines einheitlichen Leinenzwangs keine Rede sein. Schließlich werde es in Waren drei Flächen geben, auf denen die Vierbeiner sich austoben könnten: die Hundebadestelle in Kamerun, das Panorama auf dem Papenberg und Warenshof.

Vorschlag: Außerhalb Warens Gassi gehen

Wem das nicht genügt, der müsse mit seinem Hund außerhalb der Stadt Gassi gehen. Beschwerden über frei laufende Hunde gibt es nach Erfahrung nach Informationen aus der Stadtverwaltung erst in jüngerer Zeit. In der Innenstadt beispielsweise seien viele Menschen unterwegs, oft auch etliche Hunde. Das Anleinen sei sicherer für alle, begründet Harald Hakert den Wunsch nach dem Leinenzwang. Er weist allerdings auch auf die Verantwortung der Hundeführer hin, dass Menschen, Tiere oder Sachen nicht geschädigt werden. Dafür habe dieser Sorge zu tragen.

Ob und wann es nun zu einer gesetzlichen Pflicht wird, Hunde an der Müritz nicht mehr frei laufen lassen, das konnte man im Rathaus nicht beantworten. Es heißt wohl erst mal „Sitz!“ Pardon: Warten.

 

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