Dort wird gebaut:

Kreuzung Jollybrücke bald Großbaustelle

Es ist eine der größten Baumaßnahmen, die das Straßenbauamt Neustrelitz in der Müritzregion momentan in Angriff nimmt: Der Knotenpunkt an der B 198 in Höhe Rechlin wird aufgeweitet.

Blick auf die Kreuzung Jollybrücke bei Vietzen an der B 198. Demnächst ist hier Baustelle.
Elke Enders Blick auf die Kreuzung Jollybrücke bei Vietzen an der B 198. Demnächst ist hier Baustelle.

Die Bodendenkmalpfleger sitzen schon in den Startlöchern. Und ein bisschen kribbelt es wohl in den Fingern. Ein paar Jahre ist es her, als eine Sensation gelungen war, damals beim Bau der Biogasanlage bei Rechlin. Der „Müritz-Ötzi“ war bei den Routine-Grabungen, die die Maßnahme begleiteten, zu Tage befördert worden. Ein Abbild des Originals ist nun im Landeszentrum für Erneuerbare Energien (Leea) in Neustrelitz ausgestellt. Aus der Jungsteinzeit stammend, handelt es sich um einen ganz besonderen Fund – der Lust auf mehr macht. Und nun wird wieder in der Nähe gebuddelt.

An der Bundesstraße 198 bei Vietzen soll die Kreuzung an der Jollybrücke entschärft werden. Am Montag war die sogenannte Bauanlaufberatung, bei der unter anderem auch die Bodendenkmalpfleger mit von der Partie waren, ebenso die Baufirmen Strabag Neubrandenburg und  Hasspecker. Wie Alfred Wilp, zuständiger Sachgebietsleiter im Straßenbauamt Neustrelitz, informierte,  wird der Knotenpunkt B 198/Kreisstraße MÜR 3 (Anbindung Rechlin-Boek/Lärz) aufgeweitet und von der Brücke weg in Richtung Mirow verschoben. 

Zwei Linksabbiegespuren

Damit soll Platz geschaffen werden für zwei Linksabbiegespuren für die Richtungen Rechlin-Boek sowie Lärz. „Die Kreuzung wird damit sicherer“, sagte Wilp. Begonnen werden soll  mit den Erdarbeiten am 19. November, wobei eine Baustellenumfahrung vorbereitet wird. Bis Weihnachten soll sie komplett funktionsfähig sein. Die Gesamtbaumaßnahme dauert allerdings fast ein Jahr.

Baustelle teils mit Ampeln geregelt

„Wir hoffen, dass wir im Oktober 2014 fertig sind“, äußerte Wilp, der auf gutes Bauwetter in den Wintermonaten hofft. Mit umverlegt werden müssen Leitungen der MEWA (Müritz-Elde-Wasser-Zweckverband) sowie der Telekom. Eine Umleitung muss voraussichtlich aber nicht ausgewiesen werden. Die Autofahrer sollten lediglich besonders achtsam sein, wenn sie die teils mit Ampeln geregelte Baustelle passieren. Die Jollybrücke selbst bleibt unberührt, ebenso der Radweg, der darunter verläuft.

Als erste Amtshandlung für die Umfahrung wird demnächst der Oberboden abgetragen und eine Schottertragschicht aufgebracht. Darauf kommt dann Asphalt, so dass der Verkehr nahezu ungehindert fließen kann. Indes wies der Lärzer Bürgermeister Hartmut Lehmann (CDU) darauf hin, unbedingt zu bedenken, dass Ende Juni das Fusion-Festival mit enorm hohem Verkehrsaufkommen ansteht – was zu Komplikationen führen könnte.

Die Baustelle ist die zur Zeit größte Maßnahme des Straßenbauamtes Neustrelitz in der Müritzregion. Ob sie auch die Bodendenkmalpfleger jubeln lässt, bleibt abzuwarten: Fakt ist, es handelt sich um einen sehr alten, interessanten Siedlungsort.

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