In der Bredouille:

Lärm aus Kult-Kneipe sorgt in Waren für Zoff

Im Irish Pub kehren sowohl Kommunalpolitiker als auch Touristen gerne abends ein. Weil sich Anwohner über den Lärm von der Kneipe aufregen, droht dem In-Lokal eine Kürzung der Öffnungszeiten.

Gastwirt Uwe Hackert steht mit der Unterschriftenliste vor dem Irish Pub. Schon 400 Leute haben sich darauf eingetragen und signalisieren so, dass das Lokal seine Anhänger in Waren und Umgebung hat.
Nadine Schuldt Gastwirt Uwe Hackert steht mit der Unterschriftenliste vor dem Irish Pub. Schon 400 Leute haben sich darauf eingetragen und signalisieren so, dass das Lokal seine Anhänger in Waren und Umgebung hat.

Für Uwe Hackert ist der Mittwoch ein wichtiger Tag. Der Betreiber des „Irish Pub“ in der Strandstraße hat eine zweite Aussprache mit Warens Ordnungsamtsleiter Dietmar Henkel und einem Nachbarn. Denn dieser Anwohner beschwert sich – laut Aussage von Uwe Hackert – schon seit Längerem über den Lärm, der aus der Kneipe dringt.   „Es soll geklärt werden, inwieweit die beiden Parteien bereit sind, die Punkte, die in einem ersten Gespräch besprochen wurden, umzusetzen sind“, erläutert Ordnungsamtsleiter Dietmar Henkel. Das Irish Pub ist ein so genanntes Nachtlokal, hat sonntags bis donnerstags von 20 bis 2 Uhr und freitags sowie sonnabends von 20 bis 6 Uhr geöffnet. Weil Uwe Hackert befürchtet, dass die Öffnungszeiten für das Pub massiv eingeschränkt werden könnten, hat er eine Unterschriftenaktion für den Erhalt des Irish Pub ins Leben gerufen. Nicht ohne Erfolg: Bisher haben 400 Leute ihren Namen auf diese Liste gesetzt.

Ärger nach einer Geburtstagsfeier

Doch was ist überhaupt vorgefallen? Der aktuelle Konflikt bezieht sich auf den 3. August. An jenem Tag hat ein junger Erwachsener mit Freunden seinen Geburtstag in der Kneipe gefeiert, als Geschenk gab es eine Band. Doch laut Stadtverordnung besteht ein Verbot, Musikdarbietungen nach 22 Uhr in gewerblichen und privaten Räumen zu veranstalten. „Wir hatten die Musik-Veranstaltung um 23.30 Uhr für beendet erklärt“, sagt Uwe Hackert. Laut seinen Schilderungen sei aber nicht nur dieser Abend für den Nachbarn Grund zur Beschwerde. Wie der Gastwirt schildert, meldete sich der Anwohner in der Vergangenheit immer wieder beim städtischen Ordnungsamt und beschwerte sich über die Kneipe. Laut Hackert drehen sich die Anschuldigungen um einen zu hohen Lärmpegel, vor dem Haus urinierende Gäste sowie Pub-Müll und Scherben, die die Straße verschmutzen würden. Aus Sicht des Gastwirtes sind das alles haltlose Argumente. „Wir haben seit zwei Jahren Sicherheitsleute, die darauf achten, dass eine normale Lautstärke eingehalten wird, und dass es keine Rangeleien gibt.“ Zudem werde das Lokal sowie der Bereich vor dem Gebäude jeden Tag gesäubert, fügt Hackert hinzu.

Metallschild mit einer Bitte

Der 54-Jährige hat vor einigen Wochen sogar ein Metallschild an die Hauswand angebracht, auf dem die Dinge, die es zu unterlassen gilt, stehen. „Wir wissen schon, dass wir eine gewisse Verantwortung gegenüber den Anwohnern und auch der Stadt haben“, sagt Hackert und weist auch darauf hin, dass er die jeweiligen Richtlinien kennt und einhält. Sollten die beiden Parteien nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen, sei die Stadt bemüht, mit ihren Mitteln die Stadtverordnung durchzusetzen, so Ordnungsamtsleiter Dietmar Henkel.

Uwe Hackert betreibt das Irish Pub seit 2009. Erst im Jahr 2011 wurde das Pub-Gebäude grundsaniert, um das Gewerbe weiter aufrecht zu erhalten. Dabei wurden auch die sanitären Anlagen erneuert. Richtige und angekündigte Live-Musik hat es in dem Pub schon lange nicht mehr gegeben, so der Wirt. Nur im vergangenen Jahr, zur 750-Jahrfeier, wurden in Absprache mit der Stadt Ausnahmen gemacht.