Land Fleesensee:

Neben Golf künftig auch Gemüse

Die neuen Eigentümer der Ferienanlage in Göhren-Lebbin setzen auf eine veränderte Marketingstrategie und Greenkeeper, die sich wieder auf ihre Ursprünge besinnen sollen. Und das Geld der Zahnärzte spielt auch eine gewichtige Rolle.

Die neuen Besitzer der Ferienanlage Land Fleesensee haben am Donnerstag ihre Pläne in Göhren-Lebbin vorgestellt.
Thomas Beigang Die neuen Besitzer der Ferienanlage Land Fleesensee haben am Donnerstag ihre Pläne in Göhren-Lebbin vorgestellt.

Von der Königsallee in die Schlossstraße, aus Düsseldorf nach Göhren-Lebbin. Die Führungsspitze des Hotel- und Immobilienunternehmens Lindner Investment Management (LIM), des neuen Eigentümers der Ferienanlage Land Fleesensee, hat am Donnerstag die Pläne für das Urlauber-Domizil vorgestellt. Insgesamt sollen hier bis 2016 zehn Millionen Euro investiert werden – unter anderem in Zimmer, Restaurants und in die Wellness-Bereiche. Die einzelnen Betriebe, so Firmenchef Jörg Lindner, hätten auch in den vergangenen Jahren durchaus erfolgreich gearbeitet, allerdings liege es mit der Vermarktung der „Gesamt-Marke Fleesensee“ im Argen. Bei einer Analyse von Suchmaschinen in Internet habe man zum Beispiel registrieren müssen, dass nur 12 000 Mal monatlich der Begriff Fleesensee angeklickt worden sei. Die zehn Millionen Euro, die man hineinstecken will, müsse man sich nicht leihen, die lägen schon bereit, sagte Jörg Lindner.

„Wir werden uns in Zukunft stärker selbst vermarkten“, verspricht Kai Richter, Managing Director der LIM, und nicht, wie bislang, vor allem auf Reiseveranstalter setzen. „Unser Ziel ist es, verstärkt Kongresse und Veranstaltungen außerhalb der Ferienzeiten anzubieten.“ Auch sollen die Einrichtungen und Angebote besser koordiniert und damit das besondere Potenzial für Großveranstaltungen mit 1000 bis 2000 Teilnehmern erschlossen werden. Auf alle Fälle müsse das Schloss mehr in den Mittelpunkt gerückt werden, heißt es weiter. Das werde man in naher Zukunft auch auf dem neuen Logo des Landes Fleesensee erkennen können.

Weiter Stillschweigen über den Kaufpreis

Mit mehr Bioprodukten will man die Zeichen der Zeit erkennen, selbst Obst und Gemüse anbauen und eine eigene Nutztierzucht ins Leben rufen. „Wir wollen anbauen, was bei unseren Gästen auf den Tellern landet.“ Mit den Greenkeepern und den Chefköchen sei darüber bereits geredet worden. Die meisten der Greenkeeper, die sich um den richtigen Wuchs und Schnitt des Rasens auf den fünf Golfplätzen der Anlage kümmern, haben früher auch in der Landwirtschaft gearbeitet, freut sich Göhren-Lebbins Bürgermeister Peter Becher (CDU) über das Vorhaben. Sorgen müsse sich der Golf-Chef Thomas Döbber-Rüther aber nicht machen, hieß es. Niemand beabsichtige, auf dem kostbaren Grün Kartoffeln oder Zuchini anzubauen. Für den Eigenanbau suche man nach anderen Flächen.

Was der Kauf des Landes Fleesensee, der vor zwei Jahren von den ehemaligen Kommanditisten schweren Herzens beschlossen wurde, die neuen Eigentümer gekostet hat, darüber herrscht auch weiter Stillschweigen. Weder die LIM-Vertreter, zu 55 Prozent Eigentümer, noch der Direktor des Zahnarztwerkes Berlin, einer Pflichtversicherung für Stomatologen, Ralf Wohltmann, denen 45 Prozent gehören, wollten darüber sprechen. Nur soviel: LIM bemühe sich seit rund eineinhalb Jahren um den Erwerb des Ressorts.