Riesen-Ferien- und Golfanlage:

"Land Fleesensee" wurde verkauft

Zur Eröffnung kam der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder - nun wurde es verkauft. Das riesige Golf- und Urlaubsresorts "Land Fleesensee" gehört jetzt zwei Gesellschaften aus Düsseldorf. Details über ihre Pläne wollen die neuen Käufer bald bekanntgeben.

Bernd Wüstneck Das "Land Fleesensee" hat nun den Besitzer gewechselt.

Der Poker um eines der größten Golf- und Ferienresorts in Deutschland ist vorbei: Nach fast zwei Jahren Verkaufsverhandlungen hat die Ferien- und Golfanlage "Land Fleesensee" in Göhren-Lebbin (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) neue Eigentümer. Die Lindner Investment Management GmbH und eine Projektentwicklungsgesellschaft aus Düsseldorf haben am Donnerstagabend in Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) die Kaufverträge unterschrieben, sagte Thomas Dobber-Rüther, Geschäftsführer der Fleesensee GmbH & Co. Entwicklungs KG als Verkäufer. Alle rund 500 Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben, Lindner wolle zudem in die Anlage kräftig investieren. Zum Kaufpreis wollte Dobber-Rüther keine Angaben machen. Eine Sprecherin der Lindner-Gruppe hatte den Kauf ebenfalls bestätigt.

Nach dem Bilderbuchsommer 2014 ist es derzeit ruhiger geworden in Göhren-Lebbin. "Der Umsatz und der Gewinn sind aber gestiegen", erklärte Dobber-Rüther, der das Resort auch weiterhin leiten soll.  Während Golfer bei herbstlicher Sonne ihre Bälle abschlagen, Familien spazieren gehen und großstadtmüde Urlauber Wellness genießen, hätten Banken und Käufer ein monatelanges Tauziehen doch noch zu einem guten Ende gebracht. "Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern hat sehr erfreut reagiert." Zudem müsse keiner der Kommanditisten, die ohne Zweifel große Verluste erlitten hätten, irgendwelche Ausschüttungen zurückzahlen. Das sei eine der Bedingungen beim Verkauf gewesen.

Land förderte das Resort mit 50 Millionen Euro

Die mit hoher öffentlicher Förderung 1998/1999 gebaute Anlage, zu deren Eröffnung sogar der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) kam, umfasst mehrere Hotels mit 1600 Betten, darunter Deutschlands einzigen Robinson-Club. Der Tourismus-Riese TUI ist Pächter des Robinson-Clubs und eines Dorfhotels bis 2020. Die Radisson-Gruppe bewirtschaftet das Schlosshotel, in dem schon zahlreiche namhafte Autobauer und auch Parteien und Verbände tagten. Dazu kommen eine Therme und eine riesige Golf-und Sportanlage, die immer wieder Prominente, wie Franz Beckenbauer oder Schauspielgrößen anlockt .

Die über einen Fonds für rund 200 Millionen Euro gebaute Anlage hat die Gewinnerwartungen der damals 1800 Gesellschafter aber lange enttäuscht. Deshalb wurde der Verkauf Ende 2012 beschlossen. Mit dem Preis wollen die Banken auch einen 1999 in Schweizer Franken aufgenommenen Kredit von umgerechnet 52 Millionen Euro ablösen, der die Gesellschaft bis zuletzt hoch belastet habe. Knapp 50 Millionen Euro betrug damals die öffentliche Förderung der Anlage. "Aus diesen Verpflichtungen sind wir aber seit 2012 raus", erklärte Dobber-Rüther.

Anfangs hatten sich rund 20 Bewerber für einen Kauf gemeldet, zuletzt waren drei ernsthafte Bewerber übrig. Details über ihre Pläne wollen die neuen Käufer am Montag auf einer Pressekonferenz in München bekanntgeben. Nicht verkauft wurde ein erst später errichtetes Iberotel am Fleesenses im Ortsteil Untergöhren, das extra bewirtschaftet wird.

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