Enttäuschung :

Lebensretter vermissen den Dank der Polizei

Für ein Thüringer Ehepaar geht heute der Urlaub an der Müritz zu Ende. Vergessen werden sie den aber nie. Sie haben einem Mann das Leben gerettet.

Heike und Jens Kosub an Bord ihres Charterbootes in Rechlin. Bei einem Trip nach Waren retteten sie dort einem Ertrinkenden das Leben.
Thomas Beigang Heike und Jens Kosub an Bord ihres Charterbootes in Rechlin. Bei einem Trip nach Waren retteten sie dort einem Ertrinkenden das Leben.

Jens Kosub atmet tief durch. Die frische Luft an der Müritz haben dem Geraer und seiner Frau Heike gut getan. Die Ruhe auf dem Charterboot in Rechlin und die in den Winterschlaf gleitende Natur sind Balsam für die Seelen des Feinkost-Managers und der Lehrerin. Hektik und Aufregung – Fehlanzeige. Nur ein einziges Mal sind beide aufgeschreckt worden. Gott sei Dank. Denn ihre Aufmerksamkeit hat einem 22-Jährigen im Warener Stadthafen das Leben gerettet.

„Wir sind am Wochenende von Rechlin nach Waren geschippert und nahmen in Röbel noch Freunde an Bord“, erzählt der Hobby-Kapitän über die aufregendste Nacht des Jahres. Abends habe man noch unter Deck gesessen, bis mitten in der Nacht die Frauen Zapfenstreich erklärten. „Wir Männer nahmen noch einen Absacker, als wir es laut klatschen hörten“, berichtet Jens Kosub. Neugierig geworden, sind beide nach draußen gegangen und sahen den Schlamassel: Zwischen Steg und Boot kämpfte im acht Grad kalten Wasser ein Mann ums Überleben. „Der war so betrunken, der konnte nicht mehr um Hilfe schreien“, hat der Thüringer gleich erkannt. Kosub legte sich auf den Steg und bemühte sich verzweifelt, den Ertrinkenden zu packen. „Eine große Hilfe war der nicht“, urteilt der Lebensretter. Schließlich gelang es ihm doch, den 22-Jährigen auf den Steg zu ziehen. „Bei der Kälte hätte der nicht mehr lange ausgehalten.“ Fast wäre Kosub dabei selbst noch ins Wasser gestürzt. „Wir mussten ihm aus den nassen Klamotten helfen, meine Frau, die gleich die Polizei um Hilfe angerufen hatte, brachte ihm  eine wärmende Decke.“ Zudem wäre der unfreiwillig Badende „wenig kooperativ“ gewesen. „Die Polizei allerdings, die den Mann mit den Sanitätern ins Klinikum brachten, hat sich noch nicht einmal bei uns bedankt“, klagt der Thüringer. Mit der Bettruhe sei es anschließend aber erst einmal vorbei gewesen. „Wir haben noch einen Schlummertrunk genommen“, grinst der Mann aus Gera.

 

 

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