Kritik:

Lehrer wehren sich im Wahlkampf

So schnell kann es gehen. Penzlins Bürgermeisterkandidat Sven Flechner hatte Kritik an der städtischen Schule geübt. Bei den Lehrern trifft er damit auf wenig Verständnis.

Holger Rieck ist sauer. Die Aussagen von Penzlins Bürgermeister Sven Flechner (WPL) will der Schulleiter so nicht stehen lassen. „Das ist ein Nachtreten, das wir nicht verdient haben“, sagt Rieck. Flechner hatte vergangene Woche im Nordkurier erklärt, von der Voß-Schule in Penzlin „käme ihm zu wenig“ und hatte dabei unter anderem auf verhaltenes Engagement beim Stadtjubiläum verwiesen.

Das Thema Schule spielt im Penzliner Bürgermeister-Wahlkampf eine große Rolle. Nicht nur wegen der anstehenden Sanierung, die deutlich teurer wird, als die Stadtverwaltung einst geplant hat. Doch von den drei Kandidaten hatte nur der Amtsinhaber öffentlich Kritik an der Regionalen Schule mit Grundschule geäußert.

Die weisen Rieck und seine Kollegen von sich. „Ich will nicht behaupten, dass wir hier keinerlei Probleme hätten, aber das ist einfach unfair“, so der Schulleiter. Die Fusion zwischen beiden Schulteilen habe viele Schwierigkeiten mit sich gebracht, allerdings auch weil eine Moderation von Seiten der Stadt gefehlt hätte. Nicht nur dort werfen die Lehrer dem Bürgermeister Versäumnisse vor. „Ich bin seit rund 18 Monaten Schulleiter hier. Einen Haushalt, mit dem ich planen kann, gab es die meiste Zeit nicht“, sagt Rieck. Die Stadt kämpft seit letztem Jahr mit hohen Defiziten in der Kasse.

Trotzdem seien die Lehrer hoch engagiert. Unbezahlte Überstunden und die Übernahme von Kosten für Exkursionen seien nur die Spitze des Eisbergs. Auch beim Stadtjubiläum sei man aktiv gewesen. „Wir hatten keinen Wagen im Festumzug. Aber das hatte auch damit zu tun, dass die meisten Schüler an anderen Stellen mit geholfen haben.“ Zeitgleich habe man als Gastgeber das Treffen der deutschen Voß-Schulen gestemmt. Eine Schule, so Rieck, sei nun mal kein Wahlkampfthema.

 

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