Berufsschulprojekt:

Lehrlinge werkeln an eigener Datenbank

Handy, Facebook und Internet - aus dem Alltag von Jugendlichen ist das längst nicht mehr wegzudenken. Doch können moderne Medien in der Ausbildung auch eine Rolle spielen?

Seit 13 Jahren ist die Lehrlingsausbildung im Robinson Club das tägliche "Brot" für Personalchefin Manuela Göbel.
Petra Konermann Seit 13 Jahren ist die Lehrlingsausbildung im Robinson Club das tägliche "Brot" für Personalchefin Manuela Göbel.

Die Zeiten, das weiß Personalchefin Manuela Göbel, haben sich geändert. Wer motivierte Lehrlinge sucht, wird kaum noch fündig, schon gar nicht in der Hotel- und Gaststättenbranche. Das Wort Fachkräftemangel geistert durch die Gänge selbst des einzigen Robinson Clubs in Deutschlands, der mit weltweit 23 Clubs als Ausbildungsbetrieb begehrt bei den Jugendlichen ist. "Aber gerade auch in der Ausbildung müssen wir mit der Zeit gehen, die Ausbildung soll moderner sein", erklärt Manuela Göbel, warum die Unternehmen im Land Fleesensee, die Berufliche Schule in Waren und die Universität Rostock ein gemeinsames Projekt gestartet haben.

Die Nutzung neuer Medien soll bei der Ausbildung eine zentrale Rolle spielen. Konkret steht dabei die Erarbeitung einer eigenen Datenbank in einem internen Netzwerk im Mittelpunkt. "Was im Betrieb und in der Berufsschule erarbeitet wurde, können die Lehrlinge in einer eigenen Datenbank sammeln, aufarbeiten und besser darstellen. Arbeiten viele daran mit, entsteht ein großer Wissensfundus, auf den die Jugendlichen selbst dann noch mit ihren Zugangsdaten zurückgreifen können, wenn sie ihre Ausbildung längst beendet haben", erklärt Manuela Göbel, wie das neue Lern-Modul zunächst in drei Berufsschulklassen aussehen soll. Sie erwartet davon auch einen noch engeren Kontakt zwischen Berufsschule und Ausbilder vor Ort, die eben auch Teil des Netzwerkes sind. Lernen unabhängig vom Ort und den Unterrichtszeiten, bessere Vernetzung von Azubis der gleichen Branche, mehr Einblick für die Ausbilder in den Betrieben - das sind die Vorteile des Projektes. Auch eine Verbindung zu sozialen Netzwerken ist später geplant.

Manuela Göbel beklagt: "Von unseren 28 Lehrlingen kommt nur ein einziger aus unserem Bundesland. Das liegt aber nicht daran, dass wir keine Bewerber von hier nehmen wollen. Im Gegenteil. Aber die Schulabgänger erfüllen oft unsere Anforderungen nicht." Es hapere an den sogenannten Sekundärtugend wie Einsatzbereitschaft, Fleiß und Teamgeist.

Kommentare (1)

finde ich einen Schritt in die richtige Richtung. Besser spät als nie ...