Womit die Biogasanlage bestückt wird:

Mais und Rüben als Kraftwerkfutter

Mais, Mais, Mais: Damit die Bakterien in der Groß Keller Biogasanlage in den kommenden Monaten genügend Futter bekommen, werden jetzt die Pflanzen eingelagert. Doch die Betreiber sind längst auf der Spur eines anderen Stoffes, der den Mais zumindest zum Teil ersetzen soll.

Immer rauf und runter: Mit einem Traktor samt Schieber wird der frisch gehäckselte Mais in die Silos der Biogas-Anlage in Groß Kelle eingebracht.
Petra Konermann Immer rauf und runter: Mit einem Traktor samt Schieber wird der frisch gehäckselte Mais in die Silos der Biogas-Anlage in Groß Kelle eingebracht.

Im Fünf-Minuten-Takt fahren Traktoren mit ihren riesigen Anhängern auf die Waage der Biogas-Anlage in Groß Kelle. Die Maisernte hat gerade begonnen und da heißt es schnell sein. In den nächsten knapp zwei Wochen wird in der Anlage der Stadtwerke Malchow die gehäckselte „Zutat“ eingelagert, die in Größenordnungen als „Futter“ für die Bakterien dient. Aus Getreide, Schweine-Gülle und eben Mais produzieren sie Methan. Ein Prozess der ununterbrochen läuft und der nicht ins Stocken geraten darf. Deshalb muss Mais eingelagert werden. „So viel, dass wir bis zur nächsten Ernte 2014 hinkommen“, erklärt Gunthar Teichmann, Betriebsleiter der Stadtwerke Malchow.

Aber gerade dieses Ziel könnten die Biogaswerker dieses Mal verfehlen. Denn während in den Vorjahren der Mais auf den rund 350 Hektar der Vertragslandwirte aus der Umgebung gut stand, sieht das in diesem Jahr anders aus. „Wir kamen sonst immer auf rund 40 Tonnen Mais pro Hektar, in diesem Jahr liegt der Ertrag bei rund 30 Tonnen pro Hektar, also niedriger. Das heißt, am Ende könnte es knapp werden“, macht sich Gunthar Teichmann seine Gedanken. Sorgen sind es nicht, schließlich wird nur wenige Meter neben den großen Mais-Silos schon an den riesigen Behältern für die Mais-Alternative gebaut. Rüben-Schnitzel sollen in der Anlage der Stadtwerke künftig den teureren Mais zumindest zum Teil ersetzen. Mais ist mittlerweile ein begehrter Rohstoff, der Preis dafür steigt und ist gekoppelt an den Weltmarktwerten für Weizen.

Auf die Rübe, die nun als neuer Zusatzstoff in der Biogas-Anlage in Methan umgewandelt werden soll, kamen die Malchower per Zufall. „Wir bekamen vom Rüben-Anbauverband Nord im vergangene Jahr das Angebot, mal Rüben auszuprobieren. Dazu haben wir uns die Verwendung der Rüben in anderen Anlagen angesehen, und das Angebot dann angenommen“, erinnert sich Gunthar Teichmann. 2500 Tonnen Rüben wurden bereits 2012 eingesetzt – erst stückchenweise und sehr vorsichtig, um den Arbeitsprozess der Bakterien nicht durcheinander zubringen. „Rüben werden schneller verarbeitet als Mais, da heißt es aufpassen, dass der ganze Prozess nicht aus dem Ruder läuft“, beschreibt Teichmann. Von den Rüben-Versuchen waren die Malchower aber vollauf überzeugt – so sehr, dass die Stadtwerke nun dabei sind, zu investieren und zwei riesige Rüben-Becken auf dem Gelände der Biogas-Anlage in Groß Kelle bauen lassen (der Nordkurier berichtete).

 

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