Keine Poller-Pause:

Malchows Insel-Rotlicht bleibt an

Mehrheitlich entschieden sich die Malchower Stadtvertreter für die Poller, um deren Existenz es viele Debatten in der Inselstadt gab und gibt. Das Durchfahrtverbot in jeder Nacht bleibt bestehen – trotz so mancher Pannen.

Poller in Malchow. Die Stadtvertreter entschieden, die nächtliche Sperrung der Insel zu verlängern.
Elke Enders Poller in Malchow. Die Stadtvertreter entschieden, die nächtliche Sperrung der Insel zu verlängern.

Auch Poller haben Probezeiten. Die jener in Malchow soll am 30. November enden. Fast ein Jahr, so ein Beschluss der Stadtvertretung vom September 2013, hatten jene Poller – aufgebaut zur Sperrung des verkehrsgeplagten Inselteils zwischen Mitternacht und fünf Uhr früh – die Möglichkeit zur Bewährung.

Jetzt steht die Frage vor den Malchower Stadtvertretern: Chance genutzt und sollen die Poller, immerhin 140 000 Euro teuer, stehen bleiben oder doch wieder abmontiert werden? Gerald Reeps von der Offenen Wählerliste Malchow und frisch gekürter Chef des Stadtentwicklungsausschusses hat sich so richtig nie mit den Pollern anfreunden können. Klar habe die Insel ein Verkehrsproblem, aber, so Reeps, dies vor allem am Tage. Nachts herrsche ohnehin meist Ruhe.

Auf Probe - und dabei ständig kaputt

„Aufwand und Nutzen der Anlage stehen in keinem Verhältnis“, plädierte der 59-Jährige für den Abbau der Verkehrshindernisse. Zudem – von den bisher 290 Tagen Probezeit seien die Poller an genau 119 außer Betrieb gewesen, weil defekt. Malchows Bürgermeister Joachim Stein (Grüne) springt für die Poller in die Bresche. Alle seien sich doch einig, argumentiert der Verwaltungschef, den Verkehr auf der denkmalgeschützten Insel zu reduzieren. Sicher würden tagsüber ungleich größere Probleme herrschen, „aber wenn wir es noch nicht einmal in der Nacht schaffen, den Verkehr zu beschränken, wie soll dann damit begonnen werden?“

Klar, die fünfstündige Sperrung sei nur ein Anfang, aber wenn die Stadtvertretung jetzt die Entscheidung zur Entfernung der Poller treffe, wäre dies ein Zeichen , die Stadt habe vor dem Verkehrsproblem kapituliert. Einwände aus der CDU-Fraktion, die Stadt brauche eine Lösung, den Verkehr am Tag und in der Nacht in den Griff zu kriegen, bürstete der Bürgermeister ab. Niemand werde nach Malchow kommen, um hier eine Umgehungsstraße zu bauen. Dies sei eine Illusion, wie der Blick nach Waren deutlich zeige. Außerdem: Die Verwaltung legt eine Statistik vor und tatsächlich: Wenn man der Glauben schenken kann, konnte der Nachtverkehr auf der Insel im Vergleich zu Zählungen aus dem Jahr 2011 spürbar reduziert werden.

Nun bleiben die Poller also: Mehrheitlich, letztendlich stimmten nur fünf Abgeordnete dagegen, entscheiden sich die Stadtvertreter, die Poller vor den Inselzufahrten auf unbestimmte Zeit stehen zu lassen.

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