Gerüchte über Flüchtlings-Kriminalität:

Mann täuscht Erpressung durch Ausländer vor

Ein Warener hatte behauptet, Ausländer hätten von ihm Bargeld und die EC-Karte gefordert. Doch nun ermittelt die Polizei gegen ihn selbst. 

So nicht: Der Vorfall sei nur erfunden, teilt die Polizei mit. Nun ermitteln die Beamten gegen den Mann selbst.
Gerhard Seybert - Fotolia So nicht: Der Vorfall sei nur erfunden, teilt die Polizei mit. Nun ermitteln die Beamten gegen den Mann selbst.

Ein 45 Jahre alter Mann soll in Waren eine Erpressung durch Ausländer erfunden haben. Er muss sich nun strafrechtlich dafür verantworten. "Die Kriminalpolizei hat gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen Vortäuschen einer Straftat eingeleitet", teilte eine Polizeisprecherin mit. Der Mann habe bereits eingeräumt, dass es den Vorfall gar nicht gegeben habe. 

Der 45-Jährige hatte zunächst gegenüber der Polizei angegeben, am 5. Januar von fünf Ausländern in einer Warener Bank bedroht worden zu sein. Die Männer hätten seine Geldkarte und Bargeld von ihm gefordert. Die von der Polizei ausgewertete Videoüberwachung der Bank sagt etwas anderes: "Es gab diesen Kontakt überhaupt nicht", so die Polizeisprecherin.

Der Fall kursierte zuerst in den sozialen Netzwerken und sorgte dort für viel Aufsehen. In die Netzdebatte hätten sich auch Bekannte eingeschaltet und die Polizei beschimpft, sagte die Sprecherin weiter. "Wir haben den Mann vorgeladen und er hat zugegeben, dass die Geschichte ausgedacht war und er auch keine Anzeige erstattet hat, wie zunächst behauptet." Auf Vortäuschen einer Straftat stehe eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren.

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