Martinstag:

Martinsgänse haben das Zeug, berühmt zu werden

Eigentlich sollen sie in die Pfanne. Und so richtig ist das Rennen auch noch nicht ausgefochten. Herrchen ist dafür, Frauchen rigoros dagegen Wer wird sich durchsetzen auf dem Kornmühlenhof?

Sandra Ferber hat ihre Gänse, die sich hervorragend als Maskottchen fürs Martinifest eignen, längst lieb gewonnen. Enders
Elke Enders Sandra Ferber hat ihre Gänse, die sich hervorragend als Maskottchen fürs Martinifest eignen, längst lieb gewonnen. Enders

Nein, so hatten die Ferbers nicht gewettet. Drei Gänse waren auf dem Kornmühlenhof als niedliche Gössel herangewachsen, geschlüpft im Wonnemonat Mai. Drei Gänse schnatterten, drei Gänse spazierten auf den Tritt, bettelten  um Einlass ins Haus. "Die habe ich mit der Hand aufgezogen. Sie haben in meiner Badewanne gebadet", berichtet Sandra Ferber. Doch dann kam der Hund ihrer Mutter umständehalber für einige Zeit zu Gast. "Ein Boxer", erzählt die Schwarzerin. Und es braucht kaum noch Worte, was vorgefallen ist. Der Boxer war von seinem Instinkt übermannt. Eine der drei Schnatterliesen fiel ihm zum Opfer. "Meine Lieblingsgans", sagt Sandra Ferber mit traurigem Unterton. Für die anderen beiden hatte das Schicksal bessere Pläne. Sie haben das überlebt. "Nun soll es auch so bleiben", steht für die Betreiberin des Kornmühlenhofes fest. Doch ihr Mann hat ebenfalls schon seine Ansprüche angemeldet. Ihm schwebt ein gan(s) schmackhaftes Festessen vor. Im vergangenen Jahr nämlich hatten die Ferbers Wildgänse. Heiko Ferber wollte sie verschonen. "Doch die waren garstig zu meinem Kind", sagt Sandra Ferber. Da verstand sie keinen Spaß. So landeten sie auf dem Teller, sehr zum Verdruss ihres Ehemannes. Nun will er die Retoure-Kutsche. Diesmal ist es die Frau, die an den drei, pardon jetzt nur noch zwei Gackerliesen hängt. Aber weil sie eben ganz besondere Gänse sind, haben sie doch noch eine Chance. Denn was wäre ein Martinimarkt zum Martinstag ohne Maskottchen? Fürs Foto jedenfalls hat eine der Gänse eine ziemlich gute Figur gemacht. Am 9. und 10. November nämlich wird zum ersten Martinimarkt in Schwarz auf den Kornmühlenhof nahe der Kirche eingeladen. Dafür werden auch noch Talente gesucht, die sich mit ihrem Können präsentieren wollen. "Wir wollten eigentlich in der Weihnachtszeit etwas machen, aber da wird schon so viel angeboten", erklärt Sandra Ferber. Im Dorf traf sie mit ihrer Idee auf offene Ohren und fand viele Mitstreiter, so auch in Nachbarin Bärbel Meyer, die im Laden ihre rechte Hand ist. Auch sie hat die Gänse schon lieb gewonnen."Das war die Attraktion für unsere Kundschaft im Sommer", erinnert sie sich und ergänzt in liebevollem Ton: "Diese winter-astern-vernichtenden Ungeheuer - bloß nicht schlachten".  Beim Martinimarkt nun soll die Besucher nicht nur ein buntes Markttreiben erwarten, auch Gesang des Gemischten Chores Schwarz, dazu die Ipse mit einer Bastelstraße, Künstlerin Marianne Hohmann lädt zum Kerzenziehen ein, die örtliche Pizzeria  und die Landprodukte e.G. haben sich eingeklingt und viele mehr. Es gibt eine Kinderdisko, am Sonnabendabend Tanz im Zelt. Und am Sonntag werden Laternen gebastelt, um für den Lampionumzug der Kirchgemeinde Schwarz mit echtem Pferd und echtem Martin gerüstet zu sein. Gesucht werden noch kleine Showeinlagen und Mitstreiter, die beim Flohmarkt mitmischen möchten.  Und was wird nun aus den Gänsen?  "Das fechten wir noch aus", kündigt Sandra Ferber an. Ob sie denn schon Namen haben? Die Ziehmama verneint. Und ihr Mann droht schmunzelnd: "Aber die Keulen sind markiert!" Also: Es bleibt spannend.