Neue Straße in Röbel:

„Maulwürfe“ sorgen für schöne Bescherung

Über ein Weihnachtsgeschenk der besonderen Art können sich die Bewohner einer kleinen, bislang fast unscheinbaren Gasse in Röbel freuen. Was kaum noch einer zu glauben wagte, ist wahr geworden.

Manfred Jurzinska im Gespräch mit Schachtmeister Fred Braun (links), bei dem er immer auf offene Ohren stieß.
Foto: Elke Enders Manfred Jurzinska im Gespräch mit Schachtmeister Fred Braun (links), bei dem er immer auf offene Ohren stieß.

Das ist wirklich eine gelungene Überraschung. Bis zuletzt haben die Anwohner der Röbeler Mauerstraße gebangt. Nun können sie aufatmen und heilen Fußes wieder aus der Haustür gehen. Und das pünktlich zum Fest. Denn die Baufirma, die Georg Koch Straßen- und Tiefbau GmbH Malchin, hat den Röbelern eine besondere Bescherung bereitet. Zwar konnte sie ihr Versprechen, zum Nikolaus oder wenigstens zum „Pioniergeburtstag“ fertig zu werden (zur Erinnerung: der war am 13. Dezember), wie Bauleiter Jens Pätzold voraussagte, doch nicht ganz einhalten. Aber zum Weihnachtsfest nun ist die Straße vollends begehbar – auch wenn noch einige Restarbeiten fürs nächste Jahr bleiben, wie Fred Braun, Schachtmeister der Firma Koch, erklärte.

Aber ein solch kompliziertes Bauvorhaben hatte der erfahrene Mitarbeiter auch noch nie erlebt. So eng und verschnörkelt sei die Gasse, dass dies die Straßenbauer vor unsagbare Herausforderungen stellte. Dazu die alte Stadtmauer, die geschont werden musste, ungleiche Höhen vor Garageneinfahrten, versprungene Häuserfronten, Treppeneingänge, Fallrohre – und all das auf engstem Raum. Nicht mal drei Meter ist die Straße an der schmalsten Stelle breit. Für Fred Braun grenzt es fast schon an ein Wunder, dass es gelungen ist, auf die gesamten 320 Meter Länge den Schmutz- und Regenwasserkanal unterirdisch mit unterzubringen. Teilweise konnte aus Platzgründen gar  kein Bagger zum Einsatz kommen. „Wir haben uns durchgewühlt wie die Maulwürfe“, schildert der Schachtmeister.

Eine Tatsache, die auch bei den meisten Anwohnern viel Respekt hervorrief und sie bewog, zur Freude über die Fertigstellung ein Fest anzuberaumen. „Weil die Bauarbeiter so nett waren. Sie hatten immer ein offenes Ohr für unsere Sorgen“, schilderten Ernst und Brigitte Heinemann, die einen erstklassigen Blick aus dem Fenster auf die breiteste Stelle der Straße genießen. Und die sei wirklich schön geworden, loben sie.  So wurden die Bauleute als Dankeschön bei der kurzfristig angesetzten Party mit eingeladen – und mit herzhaften Speisen und Getränken verwöhnt. 

„Sehen Sie mal, meine Blumen haben auch noch Platz“, freut sich Manfred Jurzinska, der  augenzwinkernd nur „der Bürgermeister“ genannt wird. Natürlich will er Heiner Müller (SPD), dem echten Stadtoberhaupt, keine Konkurrenz machen. Aber er ist bekannt in seiner Gasse als Organisator, als einer, der die Leute zusammen führt. So hat er sich mit mancher Bitte an die Bauleute gewandt: nämlich für seine Rankenpflanzen an der Mauer kleine Aussparungen in dem gepflasterten Bereich zu lassen oder – und hier dachte er an alle – gegenüber seinem Haus eine größere Parkplatznische anzulegen: für das Partyzelt, das bei Straßenfesten aufgebaut wird. „Seit 17 Jahren feiern wir regelmäßig in unserer Straße“, schwärmt er. Und künftig ist es nicht mehr die marode Holperpiste, sondern eine gepflegte Bummelmeile mit Altstadt-Flair.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung