Spontan-Demo gegen Niedrigpreise:

Milchbauern protestieren vor Warener Molkerei

Die immer weiter sinkenden Milchpreise sind für die Bauern mittlerweile existenzbedrohend. Dagegen haben sie am Dienstagabend in Waren ein Zeichen gesetzt. Die Polizei hatte von der spontanen Aktion aber Wind bekommen.

Protest mit Treckern: Die Landwirte forderten am Abend in Waren von den Molkereien höhere Preise für ihre Milch.
Nadine Schuldt Protest mit Treckern: Die Landwirte forderten am Abend in Waren von den Molkereien höhere Preise für ihre Milch.

Rund 30 Milchbauern aus ganz Mecklenburg-Vorpommern sowie dem Norden Brandenburgs zogen am Dienstagabend bis zum Betriebsgelände der Müritz-Milch-GmbH. Aber nicht, um bei dem zum Deutschen Milchkontor gehörenden Betrieb Milch abzuliefern, sondern um mit ihren Traktoren und Schlepper-Gespannen auf die aktuelle Situation ihrer Zunft aufmerksam zu machen. „Wir kriegen 27 Cent für unsere Milch, aber eigentlich bräuchten wir 40 Cent, um wirtschaftlich zu sein“, sagte Uwe Schmidt von der Schmidt und Partner und Partner KG aus Kambs. Er ist Ideengeber der Aktion und hatte sie erst am Montagabend initiiert. Außerdem wollten sie sich auch mit den Kollegen in Frankreich solidarisieren, fügte er hinzu. Er meinte damit die dortigen heftigen Proteste, mit denen Bauern dort auf ihre prekäre Lage aufmerksam machen.

Auch in Waren wollten die Bauern protestieren. Doch richtig zum Zug kamen sie nicht. Die Polizei hatte von der spontanen Aktion Wind bekommen und verhinderte die Blockade der Zufahrt zum Müritz-Milch-Betriebsgelände. Bereits an der kleinen Kreuzung, an der man in die Ernst-Alban-Straße einbog, standen die Beamten und sorgten dafür, dass sich die Traktoren am Straßenrand aufstellten.

Die Landwirte ließen sich ihren Protest aber nicht „vermiesen“. In einer mitgebrachten Feuerschale wurden Holzscheite entzündet. Kurz danach ergriff Sabine Siedler von der Agrar GmbH aus Vipperow das Wort. Sie mahnte an, dass sich die heutige Art und Weise, wie mit Milch gehandelt wird, ändern müsse. Auch eine Landwirtin aus Usedom war nach Waren gekommen: „Wir müssen einfach etwas machen.“

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