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Möwen meiden Warens Hafen

Gerüchte von der Demontage der Vogelvergrämungsanlage im Warener Hafen machen die Runde. Hat die Stadt etwa einen Rückzieher gemacht und diese eingemottet, nachdem auch überregional kübelweise Spott über die Verantwortlichen im Rathaus gekippt worden war?

Diese Möwe spaziert recht allein am Hafen. Die Vergrämungsanlage leistet ganze Arbeit, sagt die Stadt.
Udo Roll Diese Möwe spaziert recht allein am Hafen. Die Vergrämungsanlage leistet ganze Arbeit, sagt die Stadt.

Sie ist zwar nicht einzigartig, aber ein Unikum – die Vogelvergrämungsanlage. Auf den neuen Molen des Stadthafens zum Jahreswechsel installiert, sollte mit der Anlage den kackenden Möwen der Kampf angesagt werden. 5000 Euro nahm die Stadt in die Hand, um per Lautsprecher Angstschreie in verschiedenen Intervallen auszusenden, um den Möwen bei Flugkurve und Kotgeschäft jede Gewöhnung zu nehmen.

Schließlich hatte genau jener Kot die Granitsteine auf den Molen mächtig beschmutzt. Von Zentimeter dicken Haufen war die Rede. Bereits Mitte Februar meldete das Rathaus erste Erfolge, die Zahl der fliegenden Möwen sei deutlich zurückgegangen, versicherte Pressesprecherin Steffi Schabbel. Doch jetzt der Abbau der Lautsprecher? „Nein, nein“, sagte Schabbel am Montag. Zwar sei die Beobachtung der Nordkurier-Leser richtig, dass die Lautsprecher derzeit abmontiert werden. Doch sie werden lediglich umgesetzt. „Derzeit ist eine Firma beauftragt, Lampenmasten auf der Mole zu montieren. Im Zuge dieser Arbeiten werden auch die Lautsprecher versetzt – konkret: Die Lautsprecher werden an zwei Leuchtmasten befestigt.“

Sie sollen ganzjährig in Betrieb bleiben – die Kosten würden sich in Grenzen halten. Ob Waren dann demnächst einen möwenfreien Hafen habe? „Wir wissen natürlich nicht, ob die Möwen gänzlich wegbleiben“, ließ sich Schabbel nicht festlegen. Fakt sei aber, dass es weiter deutlich weniger Möwen im Hafengebiet gebe und damit auch die Verschmutzung der Mole erheblich gesunken sei. Letztere Aussage hatten Umweltschützer und Ornithologen bezweifelt.