Bedroht die Finanzkrise die Zukunft regionaler Kreditinstitute?:

Müritz-Banken geben sich selbstbewusst

Kommt da die nächste Krise? Die niedrigen Zinsen machen vor allem regionalen Banken zu schaffen. Der Nordkurier fragt nach.

Wer sein privates Geld zur Bank bringt, der lässt sich für die Erträge kaum auf langfristige Bindungen ein.
dpa-Archiv Wer sein privates Geld zur Bank bringt, der lässt sich für die Erträge kaum auf langfristige Bindungen ein.

Sicherheit ist ihr Geschäft. Für Raiffeisenbank und Sparkasse an der Müritz sind die Nachrichten vom anderen Ende der Republik wohl kaum erfreulich. Eine Stuttgarter Beratungsfirma hatte mit ihrer Untersuchung hohe Wellen geschlagen. Die regional-organisierten Banken seien durch die niedrigen Leitzinsen stark gefährdet, heißt es darin.

Im Vorstand der Raiffeisenbank Mecklenburger Seenplatte sieht man die Lage aber vergleichsweise entspannt. „Wir spüren das auch, keine Frage. Aber unser Geschäftsmodell bewahrt uns vor wirklichen Problemen“, sagt Helmut Dommel. Der Knackpunkt: Gerade die kleinen Banken verdienen einen Großteil ihres Geldes damit, dass sie von Kreditnehmern mehr Zinsen verlangen, als sie selber zahlen. Bei langfristigen Krediten wird der Zins allerdings über Jahre im Voraus festgelegt. Wer sein privates Geld zur Bank bringt, der lässt sich für die Erträge kaum auf solche langfristigen Bindungen ein. „Ein paar Jahre höchstens, dann wird angepasst“, sagt Dommel.

Besonders schwierig seien Immobilienkredite. Dort wird auf 10 bis 15 Jahre festgelegt, wie viel Zinsen die Kunden zahlen. Steigen die Leitzinsen in der Zwischenzeit, bekommt die Bank Schwierigkeiten. „Das ist für uns allerdings kein Thema. Wir haben relativ kurz nach der Wende entschieden, dass wir Immobiliengeschäfte einem Partnerunternehmen überlassen, das mit dem Problem besser umgehen kann“, erklärt das Vorstandsmitglied. Kein Grund zur Sorge - so sein Credo.

Bei der Sparkasse formuliert man es knapp. „Die Müritz-Sparkasse ist gut kapitalisiert und damit für die Zukunft gut gerüstet“, so Gabriele Gundlach. An der Stuttgarter Studie hege man dagegen große Zweifel. „Sie ist sachlich falsch und maßlos übertrieben“, heißt es in einer bundesweiten Presseerklärung.