Vom Urlauberdorf zum Entwicklungsgebiet:

Mini-Nachfolger für Müritz Hotel geplant

Klink steht nach dem Aus für das einst renommierte Müritz Hotel an einem Scheideweg. Damit der in Richtung Tourismusort weiterführt, muss jetzt der Investor ran. Die Klinker Gemeindevertreter haben für ihn und für die Zukunft ihres Ortes jetzt die Weichen gestellt. 

Douglas Fernando, Vorstand der Avila-Gruppe, erklärte den Klinker Gemeindevertretern, wohin die Reise mit dem Urlauberdorf gehen soll.
Petra Konermann Douglas Fernando, Vorstand der Avila-Gruppe, erklärte den Klinker Gemeindevertretern, wohin die Reise mit dem Urlauberdorf gehen soll.

Tschüss Urlauberdorf - willkommen "Entwicklungsgebiet Müritz". Mit einem einstimmigen Beschluss, einen neuen Bebauungsplan für das alte Urlauberdorf auf den Weg zu bringen, haben die Gemeindevertreter in Klink ein neues Kapitel in der Geschichte ihres Ortes aufgeschlagen. Zumindest dann, wenn alle Vorhaben der Avila-Gruppe umgesetzt werden. Der Avila-Vorstand Douglas Fernando war selbst zur Sitzung der Gemeindevertreter gekommen, Planer und eigene Mitarbeiter im Schlepptau. Im kleinen Torwächterhaus, in dem die Sitzung des Gemeinderates stattfand, wurde es richtig eng. Zusätzliche Stühle mussten herbeigeschafft werden, damit auch interessierte Bürger Platz fanden.

"Das hier heute ist wichtig nicht nur für Klink, sondern für unsere ganze Region. 12 000 Urlauber kamen jedes Jahr zu uns ins Dorf. Das ist jetzt erst mal vorbei, da geht jede Menge Kaufkraft verloren, Arbeitsplätze sind weggefallen. Jetzt muss was im Dorf passieren", meinte Wolfgang Kublank. Keine Frage also für den Klinker, dass er als Gast auf der Gemeindevertretersitzung mit eigenen Ohren hören wollte, was geschehen soll mit dem Areal an der Müritz, das in den letzten Wochen so sehr in den Schlagzeilen war und das auch für die Zukunft des Dorfes entscheidende Weichen stellt. 

Das alte Hotel wird abgerissen

Immerhin: Rund 40 Hektar umfasst das Gebiet, das unter dem Namen "Urlauberdorf Klink" jahrzehntelang ein Begriff war und das die Klinker nun gerne "Entwicklungsgebiet Müritz" nennen wollen - ein Arbeitstitel zunächst, aber die Richtung ist klar. Das alte, nun ausgeräumte Müritz Hotel soll abgerissen werden. An seiner Stelle soll ein neues Hotel entstehen. 250 Zimmer sind geplant, die sowohl Mutter-Kind-Kuren gerecht werden wie auch gehobenen Ansprüchen.

Das Hotel ist als sechsgeschossiger Bau entworfen, der die Dimensionen des alten Müritz Hotels nicht mehr erreicht. Der aber viel mehr bieten soll: Sport- und Wellnessbereiche, eine Schwimmhalle, eine Sky-Lounge zum Beispiel, die einen Blick auf die Müritz bieten wird. "Das Hotel soll die Müritz Klinik ergänzen", macht Fernando deutlich. Logisch, dass der Hotel-Neubau der Architektur der nahen Klinik angepasst wird, die ebenfalls der Avila-Gruppe gehört. Dass eine Nachnutzung des alten Müritz Hotels nicht möglich sei, das hätten Untersuchungen ergeben, betont der Avila-Vorstand. Für die Betreibung des neuen Hotels werde ein Partner gesucht, Kontakte mit einer renommierten Hotelkette habe man schon aufgenommen. "Doch wenn das nicht klappt, dann betreiben wir das Hotel auch selber", stellte Fernando auf der Sitzung in Klink in Aussicht. 

Ein Jahr lang soll geplant werden

Dennoch: Die Klinker Gemeindevertreter machen sich Sorgen: Wann soll der Abriss des alten Hotels kommen? Wie lange muss die "unheimliche Ruine" stehen bleiben? Wenn es nach dem Avila-Vorstand geht, soll möglichst schnell die Abriss-Birne für das Müritz Hotel geschwungen werden, aber die Behördenwege müssten eingehalten werden, so Fernando. 

Die Zeitschiene aber ist bereits aufgerissen: Rund ein Jahr lang werde man für die Planungen benötigt, mit einem Baubeginn des Hotels sei Ende 2016 zu rechnen, mit der Fertigstellung im Jahr 2018. Und was soll das alles kosten? Douglas Fernando wollte auf Nordkurier-Nachfrage keine Zahlen nennen, nur so viel: Für jedes der geplanten 250 Zimmer sollen je rund 150 000 Euro investiert werden. Macht eine geplante Investition von rund 37, 5 Millionen Euro.

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