Geschützte Buchen sollen für Hotel fallen:

Müritz-Palais: Droht Kahlschlag am Kietz?

Jetzt wird‘s kritisch. Das Müritz-Palais ist noch nicht einmal auf dem Papier richtig fertig, da schlagen Umweltschützer schon Alarm. Demnach sollen mehrere der alten geschützten Buchen auf dem Areal gefällt werden, um Platz für das Hotel zu schaffen. Doch soweit wollen es die Umweltschützer gar nicht erst kommen lassen.

Damit das Müritz-Palais – so soll es einmal aussehen – genug Platz hat, fürchten Naturschützer, dass einige der alten Buchen weichen müssen. Der Investor dementiert, doch die Kritiker wollen von nun an ganz genau hinsehen.
Udo Roll Damit das Müritz-Palais – so soll es einmal aussehen – genug Platz hat, fürchten Naturschützer, dass einige der alten Buchen weichen müssen. Der Investor dementiert, doch die Kritiker wollen von nun an ganz genau hinsehen.

Da hat der Bauherr noch dicke Bretter zu bohren. Schließlich plant Irmin Stintzing aus Rostock das Müritz-Palais am Kietz. Doch gerade die lauschige Lage mit Grün am Kleinem Meer beschert dem Geschäftsmann nun eine große Debatte in Waren. Denn nach Befürchtungen von Anwohnern droht Kahlschlag am Kietz. Demnach müssten, um den Bau des Hotels mit Garage und Gaststätte zu realisieren, zahlreiche Bäume geopfert werden. Darunter zum Teil geschützte alte Buchen. Das beschert den Mitstreitern in der noch ganz jungen Ortsgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) gleich ordentlich Arbeit. Sie wollen sich am Mittwoch um 17 Uhr auf dem bereits markierten Areal des von Stintzing ins Auge gefasste Bauplatzes treffen. „Wir wollen ja den Bau eines Hotels an der Stelle gar nicht verhindern. Aber wir wollen schauen, ob sich das Projekt mit der Natur und der Landschaft wirklich vereinbaren lässt“, begründet Ortsgruppenchef Jochen Eicke. Gesunde Bäume dürften nicht zugunsten eines Neubaus abgeholzt werden.

Säge könnte angeschmissen werden

Davon sind vor allem die Buchen nach Auskunft von Axel Müller, Leiter des Umweltamtes der Kreisverwaltung, weit entfernt: „Noch ist da gar nichts entschieden. Der Planer hat da zwar schon was abgesteckt, so wie er sich das vorstellt und wir haben uns das auch alles schon angesehen, aber das heißt nun nicht gleich, dass alle Bäume weg müssen.“ Dennoch schließt Müller nicht aus, dass „die berechtigten Belange des Bauherren“ bei der Entscheidung für oder gegen die Säge eine Rolle spielen. Bäume, die höher als 1,3 Meter sind und 2,2 Meter Umfang haben, bedürften laut Baumschutz-Satzung ohnehin einer Sondergenehmigung, bevor sie gefällt werden dürfen. „Wir wollen aber so viel Grün wie möglich erhalten“, betont er.

Nur zwei bis drei Bäume?

In diese Kerbe schlägt auch der Projekt-Planer Irmin Stintzing. Er ist einer der drei Gesellschafter der eigens für das Projekt am Warener Kietz gegründeten GmbH. Dass sein Haus aus Glas und Stein bald etlichen stattlichen Buchen das Leben kosten könnte, weist er zurück. Wie er gegenüber dem Nordkurier versicherte, sei er daran interessiert, dass „da nicht einfach abgeholzt wird“. Und weiter: „Ich gehe davon aus, dass höchstens zwei bis drei Buchen gefällt werden müssen“. Die kleinen Bäume wie Schwarzpappeln und auch der eine oder andere Nadelbaum seien da schon eher im Weg. Stintzing gab an, „dass wir die ursprüngliche Planung noch einmal überarbeiten und mit Blick auf die Bäume verändern“. Er wolle an seinem Vorhaben, das Müritz-Palais zu bauen, festhalten. Wie er sich das vorstellt, das hatte Stintzing vor einigen Wochen den Frauen und Männern aus dem Warener Stadtentwicklungsausschuss präsentiert. Das Filetstück an der Müritz, auf dem einst der „Rundbau“ – wie die Warener die Gaststätte wegen der speziellen Architektur nannten – hat er zumindest bereits gekauft. „Ohne Rücktrittsrecht“. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass er in diesem Jahr noch mit dem Bau beginnen kann. Es existiert noch kein Bebauungsplan. In dem wird geregelt sein, welche Kietz-Flächen wie bebaut werden dürfen. Mit oder ohne Blätterrauschen.

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