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Müritz voller Munition aus dem Zweiten Weltkrieg

70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wird die Müritz bei Boek von den damaligen Bombardements eingeholt. Spezial-Taucher sind im Einsatz.

Beratung am Schiffsanleger im Bolter Kanal: Die Fachleute vom Munitionsbergungsdienst Schwerin und die Wasserschutzpolizisten entscheiden schnell, dass starker Wind und hohe Wellen auf der Müritz einen Tauchgang vorerst verhindern.
Petra Konermann Beratung am Schiffsanleger im Bolter Kanal: Die Fachleute vom Munitionsbergungsdienst Schwerin und die Wasserschutzpolizisten entscheiden schnell, dass starker Wind und hohe Wellen auf der Müritz einen Tauchgang vorerst verhindern.

Nein, Munitionsbergungstaucher Marc Heumann schüttelt den Kopf. Keine Chance, hinab auf den Müritzgrund zu gelangen. Nicht an diesem Tag, nicht bei diesem Wellengang. Der Gegenstand - Munition oder nicht - muss vorerst weiter im Wasser nahe des Bolter Kanals liegen bleiben. Vor wenigen Tagen hatten Wassersportler ihn entdeckt. Der Gegenstand, etwa einen Meter lang und munitionsähnlich geformt, war gut zu erkennen. Der Munitionsbergungsdienst wurde alarmiert. Schon am Montag dieser Woche sollte der eventuell gefährliche Gegenstand herauf geholt werden. Doch auch da türmte der Wind hohe Wellen auf und wirbelte Bodensand auf, so dass die Sicht zu schlecht war.

Frank Goetz, Hauptkommissar bei der Wasserschutzpolizei in Waren, weiß, dass vor Boek immer wieder Munitionsfunde gemeldet werden. "Gegenstände aus dieser Zeit werden hoch gespült. Die Bucht links neben der Ausfahrt aus dem Bolter Kanal in die Müritz hinein ist sogar komplett gesperrt, aus Naturschutzgründen, aber auch weil wir hier viel Munition vermuten", so Goetz.

Die Munition, die in der Müritz vor Rechlin gefunden wird, stammt meist aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. In dem Müritzort hatte die Erprobungsstelle für Luftfahrzeuge im Deutschen Reich ihren Sitz. Ab 1944 war Rechlin deshalb massiv bombardiert worden.