Alt und Neu Gaarz fusionieren mit Jabel:

Müritzregion verliert eine Gemeinde

Knappe Finanzen haben wieder dazu gezwungen, die Eigenständigkeit aufzugeben. Pünktlich zum Start 2015 gehen Jabel und Neu Gaarz die Ehe ein und machen gemeinsame Kasse.

Seit Donnerstag zählen die knapp 100 Einwohner der beiden Ortsteile Alt und Neu Gaarz offiziell zur Gemeinde Jabel.
Carsten Schönebeck Seit Donnerstag zählen die knapp 100 Einwohner der beiden Ortsteile Alt und Neu Gaarz offiziell zur Gemeinde Jabel.

Die Gemeinde Neu Gaarz existiert nicht mehr. Seit Donnerstag zählen die knapp 100 Einwohner der beiden Ortsteile Alt und Neu Gaarz offiziell zur Gemeinde Jabel, mit der sie am Neujahrstag den Bund fürs Leben schlossen. Jabels Bürgermeister Johannes Güssmer hat die Genehmigung für die Fusion durch Landrat Heiko Kärger schon Tage zuvor erhalten. „In Neu Gaarz ging nichts mehr, die kleine Gemeinde konnte keinen vernünftigen Haushalt mehr auf die Beine stellen.“

Allerdings - eine große Hochzeitsfete haben Braut und Bräutigam am ersten Tag des neuen Jahres nicht veranstaltet. „Am 29. März, wenn die Gaarzer zwei Einwohner in die neue größere Gemeindevertretung wählen, werden wir eine kleine Nachfeier veranstalten“, verspricht der Bürgermeister. Und kann dann wahrscheinlich schon die vom Schweriner Innenministerium in Aussicht gestellte Hochzeitsprämie verplanen. „Die Chancen darauf stehen nicht schlecht“, so Güssmer. Das zusätzliche Geld soll dann unter anderem in neue Abwasserkanäle fließen. Der Bürgermeister verhehlt nicht, dass in Jabel nicht alle Einwohner sofort Hurra geschrien haben, als die Gaarzer ihre Anschlusswünsche mitteilten. „Aber die Debatten sind beendet“, so Johannes Guessmer, der daran erinnert, das sich schon vor knapp 100 Jahren die Gaarzer für eine gewisse Zeit auch als Jabeler fühlen durften.

Nordkurier digital jetzt ab 3,75 € pro Monat