10 Jahre Müritzer Unternehmerinnen:

Mut zur Selbstständigkeit – Frauen stehen ihren Mann

Eine Sektflasche wollen sie zum Jubiläum zwar nicht aufmachen – aber stolz macht sie der 10. Geburtstag schon: Müritzer Unternehmerinnen kämpfen für ihre Rechte und Positionen – und gegen Widerstände.

„Stütze der heimischen Wirtschaft“: Antje Schröder, Monika Ranke, Gudrun Kallies, Petra Roggensack und Jeannette Heinrich (von links).
Foto: Andreas Becker „Stütze der heimischen Wirtschaft“: Antje Schröder, Monika Ranke, Gudrun Kallies, Petra Roggensack und Jeannette Heinrich (von links).

Der Schritt in die Selbstständigkeit hat ihr Selbstbewusstsein gestärkt. Wenn sich die Mitglieder des Interessenskreises Müritzer Unternehmerinnen selbst als „Stütze der heimischen Wirtschaft“ bezeichnen, liegt ihnen selbstgefällige Überschätzung völlig fern. „Nein“, betonen die engagierten Frauen, „wir sind bodenständige Frauen aus der Region und wollen aus unserem Leben etwas machen“. Das ist ihnen zweifellos gelungen. Ob Rechtsanwälte, Bauingenieure, Steuerberater, Einzelhändler oder Möbelhaus-Inhaber – die 42 Mitglieder stehen nicht nur ihren Mann, sondern decken auch eine breite Berufspalette ab.

„Diese Vielfalt gehört zu unseren Stärken“, erzählt Jeannette Heinrich. Die Bauingenieurin ergänzt: „Die ganz unterschiedlichen Berufsgruppen, die wir abbilden, helfen beim heute so wichtigen Netzwerken.“ Das gegenseitige Informieren, die Hilfe untereinander, der Austausch zu beruflichen und persönlichen Themen – drei Aspekte, die den Frauen in ihrer Selbstständigkeit immer wieder helfen. „Uns geht es primär nicht darum, immer etwas in der Öffentlichkeit zu fordern oder gegen irgendetwas zu protestieren. Wir wollen gemeinsam unsere Interessen wahrnehmen, uns unterstützen und das Gemeinwohl mit vielen kleinen – nicht immer öffentlichkeitswirksamen Aktionen – stärken“, sagt Monika Ranke, die als Rechtsanwältin tätig ist.  Beispielsweise greifen die Unternehmerinnen finanziell nicht auf Rosen gebetteten Selbsthilfegruppen unter die Arme oder engagieren sich beim Leserhilfswerk des Nordkurier.

Neben dem Wirken nach Außen steht bei den Frauen – selbstverständlich – die interne Arbeit im Mittelpunkt. „Wir organisieren regelmäßige Vortragsabende mit Schwerpunktthemen, wir bieten in unseren Firmen kostenlose Praktika an und rekrutieren daraus wieder Arbeitsplätze und Arbeitskräfte und wir organisieren die Teilnahme an Messen und Existenzgründerveranstaltungen“, berichtet Ernährungsberaterin Petra Roggensack aus dem Innenleben des Interessenkreises. Roggensack selbst ist das personifizierte Beispiel für den mutigen und erfolgreichen Schritt in die Selbstständigkeit. „Nach mehreren Ausbildungen und nicht immer erfolgreichen diversen beruflichen Aktivitäten stand am Ende die Frage: Arbeitslosigkeit oder Unternehmertun?“, plaudert Roggensack aus ihrem beruflichen Nähkästchen. In Selbiges griff sie mutig und machte sich als Ernährungsberaterin selbstständig – mit Erfolg! Diesen Erfolg und Mut wünscht der Interessenskreis auch anderen Frauen. Tenor: „Wir Frauen sind stark. Wir Frauen können etwas leisten. Die fachliche Qualifikation stellt uns gleich.“

Dass der Schritt in die Selbstständigkeit und auch das Unternehmertun selbst nicht frei von Ängsten, Sorgen und Nöten sind, steht außer Frage. Deshalb: „Unser Kreis bietet eine geschützte Atmosphäre. Da darf jeder seine Probleme schildern – und sich Hilfe holen“, beschreibt Jeannette Heinrich den Umgang unter seinesgleichen.

Getreu dem Motto der selbstständigen Frauen: „Wir sind nicht spektakulär, aber verlässlich.“ In diesem Sinne geht es mit Macht ins zweite Jahrzehnt.

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