Ende der Stadtsanierung:

Nach 450 Jahren kehrt Röbels Mönch zurück

Bekleidet mit einer Kutte, barfuß in Sandalen und mit einem Lächeln im Gesicht – so sieht der neueste Röbeler Einwohner aus. Wobei er eigentlich einige hundert Jahre auf dem Buckel hat. Und aus einem ganz harten Holz geschnitzt ist.

Mit einem Kran schwebte der rund eine halbe Tonne schwere Mönch in Röbel ein - Holzgestalter Paul Kleidon (links) und Röbels Bürgermeister Heiner Müller (SPD) packen mit an.
Petra Konermann Mit einem Kran schwebte der rund eine halbe Tonne schwere Mönch in Röbel ein - Holzgestalter Paul Kleidon (links) und Röbels Bürgermeister Heiner Müller (SPD) packen mit an.

Mindestens 450 Jahre ist es her, dass in Röbel zuletzt ein Mönch gesehen wurde. Bis Montag. Seitdem ist einer von ihnen zurück. Rund eine halbe Tonne schwer, schwebte der Dominikaner-Mönch per Kran am Mönchkirchhof ein, um seinen einst angestammten Platz auf dem alten Klosterhügel einzunehmen.

Aus einer alten Bollewicker Eiche geschnitzt, soll der Kutten-Träger nicht nur an den vermutlichen Standort des Dominikaner-Klosters in Röbel erinnern. Der Mönch setzt zudem symbolisch den Schlusspunkt der über 20 Jahre währenden Stadtsanierung in Röbel. Denn der kleine, nun gestaltete Platz ist eine der letzten Baumaßnahmen, die in der Müritzstadt aus den Mitteln der Städtebauförderung bezahlt wurden.

Das alte Kloster birgt ein Rätsel

Jahrhunderte lang hatte es in Röbel ein Dominikanerkloster gegeben. Um 1400 wurde das Kloster, das am Mönchteich im Schutze der ehemaligen Burg auf dem heutigen Mühlenberg stand, etwas weiter an den Rand der Stadt verlegt. Dorthin, wo jetzt der gestaltete Klosterhügel samt Eichen-Mönch zu finden ist. Die einstige Klosterkirche wurde nahe der alten Röbeler Stadtmauer gebaut. Ab 1558 begann der Zerfall und auch der Abriss des Convents. Schon um 1610 war nur noch ein Kellergewölbe vom Kloster übrig. Spuren der Röbeler Mönche finden sich heute in der Nicolaikirche am Markt: Dort ist das wertvolle Eichen-Chorgestühl des Mönches Urban Schumann zu bewundern.

„Wir haben heute keine gesicherten Erkenntnisse darüber, wo genau das Kloster einst gestanden hat, wir wissen nur, dass es das Kloster in Röbel gab. Aber die alten Straßennamen wie Mönchkirchhof oder Klosterstraße zeigen uns, dass die Dominikaner einst bei uns Zuhause waren“, erklärte Röbels Bauamtsleiterin Agnes Theuergarten.

Wie so ein Dominikaner-Mönch ausgesehen haben könnte, darüber hat sich Holzgestalter Paul Kleidon in den vergangenen Monaten den Kopf zerbrochen. Rund und gemütlich sollte der Mann in seiner Kutte aussehen, aber auch die typische Tonsur und das korrekte Mönchshabit tragen, berichtete Kleidon, der den Mönch für Röbel in seiner Kisserower Holzwerkstatt gestaltet hat. Zwei Monate hat es gedauert, bis er die Figur aus der Eiche „befreit“ hatte.

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