Neue Bootshäuser entstehen in wenigen Wochen:

Neustart am Gotthuner Hafen nach dem Brand

Hier tut sich was. Wo gerade noch verkohltes Holz an eine dramatische Winternacht in Gotthun erinnerte, wurde nun aufgeräumt. Doch noch immer tuschelt man im Dorf über vermeintliche Brandstifter.

Morgenidyll am Hafen von Gotthun. Das verkohlte Holz der Bootsschuppen ist weg geschafft. Die ersten Gotthuner, die damals ihre Bootshäuschen durch einen Brandstifter verloren haben, beginnen nun, neu zu bauen. Die Pfähle sind gerammt. In den nächsten Wochen soll das Holt gerichtet werden. Aber fertig werden sie in dieser Saison wohl nicht.
Carina Göls Morgenidyll am Hafen von Gotthun. Das verkohlte Holz der Bootsschuppen ist weg geschafft. Die ersten Gotthuner, die damals ihre Bootshäuschen durch einen Brandstifter verloren haben, beginnen nun, neu zu bauen. Die Pfähle sind gerammt. In den nächsten Wochen soll das Holt gerichtet werden. Aber fertig werden sie in dieser Saison wohl nicht.

Ein Frühsommermorgen wie im Bilderbuch. Beinahe verwunschen liegt der Gotthuner Hafen hinter dem kleinen Waldstück, in dem Vögel vielstimmig ihr Reich besingen. Kaum zu glauben, dass hier die Hölle los war. Doch die Gotthuner erinnern sich sehr gut an jene Februarnacht, in der ein Brandstifter etliche Bootshäuser in Flammen aufgehen ließ. Nachdem die Feuerwehr gerettet hatte, was zu retten war, ragten vielfach nur noch verkohlte Holzstücke aus dem Wasser. Es qualmte und stank tagelang. Und die Bootsschuppen-Besitzer konnten nichts tun.

Doch das sind alles böse Erinnerungen. Denn inzwischen ist von dem Brand nichts mehr zu sehen. Frischer Kies auf dem Weg zum Wasser, aus dem längst wieder frische Pfähle ragen. Zeichen des Neustarts. Denn: „Alle, die hier ihre Bootshäuser verloren hatten, bauen neu“, sagt Arnold Wegner, Vorsitzender der Bootsschuppengemeinschaft „Hafen Gotthun“ (BSG). Das Areal darf wieder bebaut werden. „Sämtliche Genehmigungen wie vom Bauamt und der Umweltbehörde waren neu gestellt worden. Auch beim Aufräumen haben nun viele Vereinsmitglieder geholfen. Aber alles können sie nicht allein. Da müssen auch noch einige Gewerke kommen“, sagt der Röbeler.

Demnächst werden Stellmacher erwartet. Sie werden das Holz richten. Allerdings sei fraglich, ob man die Boote in dieser Saison noch in die neuen Schuppen stellen könnte. Nicht zuletzt sei auch das Finanzielle für so manchen noch eine Hürde. Die Versicherungen hätten zwar unterdessen gezahlt. Aber so mancher habe gar keinen Schutz gehabt und müsse sich nun aus eigener Kraft wieder aufrappeln. Doch das wollten sie auch. Und letztlich sei man ja auch eine Gemeinschaft.

„Es war schrecklich, was damals passiert ist. Dabei hätte es noch schlimmer kommen können, denn einige Bootshäuser sind unversehrt geblieben. Da hatte wohl mit dem Brandbeschleuniger was nicht geklappt“, sagt man im Dorf. Der Brandschaden war damals auf 250 000 Euro beziffert worden. Auch die Suche nach dem Brandstifter – denn die Polizei geht von einer vorsätzlichen Tat aus – findet quasi in den Köpfen der Leute immer noch statt. Einst hatte man gar einen Verdacht...

Zum Stand der Ermittlungen gab es von der Neubrandenburger Staatsanwaltschaft auf Nachfrage keine Informationen. Man wolle „unaufgefordert“ auf das Thema zurück kommen. Wann immer das sein wird. Die Gotthuner sind geduldig.

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