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Noch längst kein Idyll rings um den geplanten Seepark

VonThomas BeigangWas lange währt, währt auch gut. Sollte man eigentlich denken. Aber Warens Stadtvertreter müssen sich um ein großes Bauvorhaben Sorgen ...

VonThomas Beigang

Was lange währt, währt auch gut. Sollte man eigentlich denken. Aber Warens Stadtvertreter müssen sich um ein großes Bauvorhaben Sorgen machen.

Waren.Zu spät abgelieferte Bauanträge, mehr Betten als genehmigt, Unklarheiten mit der Infrastruktur und Ärger mit den Nachbarn: Der Bau des „Seeparks an der Müritz“, einer Hotelanlage, die über viele Jahre die Kommunalpolitik in Waren beschäftigt hat, lässt auch nach der Genehmigung durch die Stadtvertreter im Herbst die Frauen und Männer des Freizeit-Parlaments nicht in Ruhe schlafen.
„Wir machen uns Sorgen“, so der Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses, Ralf Schütze (SPD). Könnte man wegen der zu spät eingereichten Bauanträge – erst für zwei der vier geplanten Gebäude liegen die Unterlagen vor – noch ein Auge zukneifen, sei den Stadtvertretern unklar, wie die geplante Infrastruktur – Restaurant und Wellnessoase – finanziert werden soll. „Denn“, so Schütze, „die 178 Appartements sollen als Ferienwohnungen verkauft werden.“ Wie der Planer Herbert Harm versichert habe, lägen für das erste Gebäude schon Vorreservierungen für alle 52 Ferienwohnungen vor. „Gut und schön“, so der Ausschussvorsitzende, „aber die Genehmigung wurde erteilt für eine hotelähnliche Anlage, mit nötiger Infrastruktur.“
Nach langen Jahren des Ringens soll auf dem Areal zwischen Müritz und Feisneck ein Ferienressort errichtet werden, bestehend aus Appartementhäusern, Infrastruktur und einem Sportboothafen mit Hafenmeisterei. Kosten insgesamt: Über 32 Millionen Euro. Nur Ferienwohnungen, als Konkurrenz zu den schon bestehenden, könnten nicht hingenommen werden, heißt es bei den Stadtvertretern.
Im Internet werden die Immobilien bereits fleißig mit dem Versprechen auf gute Rendite beworben. Allerdings ist hier die Rede von 464 Betten, im Durchführungsvertrag, so Ralf Schütze, sei nur von 450 Betten die Rede gewesen. Auch sei ein Betreiberwechsel bekannt geworden, vom Investor Hans-Dieter Böhm hin zum internationalen Konzern Novasol, wie Ralf Schütze weiter sagte. Planer Harms hätte dem Ausschuss versichert, hieß es weiter, in vier bis spätestens sechs Wochen den Abriss der Ruinen auf dem Gelände beendet zu haben. Allerdings gebe es dabei Ärger mit einem benachbarten Hotel wegen der Staub- und Lärmbelästigung. „Wir haben eindringlich klar gemacht, die Emmissionsschutzgesetze einzuhalten“, so der Ausschuss-Chef.

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