Radweg in Planung:

Noch nicht da und schon anstößig

Die Strecke, die in ein paar Jahren die Urlaubsregionen Röbel und Plau miteinander verbinden soll, ist gerade ins Gespräch gekommen. Doch ein Teilstück steht bereits jetzt in der Kritik.

Ulrich Pöggel aus Altenhof ist sich sicher: Große Traktoren und Radfahrer kommen sich auf den 3,50 Meter schmalen Wegen ins Gehege.
Petra Konermann Ulrich Pöggel aus Altenhof ist sich sicher: Große Traktoren und Radfahrer kommen sich auf den 3,50 Meter schmalen Wegen ins Gehege.

Ulrich Pöggel ist sich sicher: Das wird eng, viel zu eng. Den Altenhofer treibt der neue geplante Radweg auf der alten Bahnstrecke Röbel-Ganzlin um. Der soll nämlich nicht komplett auf der ehemaligen Bahn-Trasse gebaut werden: Für das letzte Teilstück zwischen Altenhof und Stuer entsteht nach jetzigen Planungen kein neuer Weg, sondern die vorhandenen landwirtschaftlichen Wege sollen als Radstrecke herhalten. „Das geht doch nicht“, meint Ulrich Pöggel.

Er ist nicht nur parteiloses Mitglied der Gemeindevertretung Altenhof, sondern auch Betriebsleiter des landwirtschaftlichen Unternehmens im Ort. Er meint: Wenn sich Traktoren und Radfahrer einen Weg teilen müssen, sind Ärger und vielleicht sogar Unfälle programmiert. „Ich bin ganz klar für diesen neuen Radweg. Das ist ein tolles Projekt. Aber es muss komplett auf der alten Bahnstrecke realisiert werden“, fordert der Altenhofer.

Das wird eng, wenn sich Radfahrer und Trecker begegnen

Rund 15 Kilometer ländliche Wege wurden in den vergangenen Jahren rund um Altenhof gebaut – finanziert aus EU-Fördergeldern, durch Eigenanteil der umliegenden Gemeinde und mit Geldern von Unternehmen. „Wir brauchen diese Wege, um die Traktoren aus dem Ort herauszuhalten. Für uns sind das Umgehungsstraßen, die die Bürger merklich entlasten“, erklärt Pöggel.

Rund 2500 Hektar Acker bewirtschaftet der Betrieb der Stotz & Szustak-Gruppe in Altenhof. Dort steht außerdem die größte Biogas-Anlage Mecklenburgs. Hier wird in nur drei Stunden so viel Gas produziert, wie ein Einfamilienhaus in einem ganzen Jahr verbraucht. Damit die Gasproduktion laufen kann, braucht sie „Futter“ – Mais in Größenordnungen von rund 60 000 Tonnen pro Jahr. „Wenn die Maisernte läuft, werden rund 4000 Tonnen pro Tag angeliefert. Das sind etwa 500 Fahrten pro Tag. Nimmt man 40 bis 50 Fahrten pro Stunde an, dann rollt alle 60 bis 90 Sekunden ein Laster  – voll oder leer – über die Wege, die als Radweg eingeplant wurden. Die Traktoren fahren aber nicht nur zur Erntezeit. Die Reststoffe, auch rund 60 000 Tonnen, müssen ebenfalls abtransportiert werden“, rechnet Ulrich  Pöggel vor.

Die ländlichen Wege sind zudem nur 3,50 Meter breit. „Die Vielzahl der großen Traktoren und die Radfahrer auf diesen schmalen Asphaltbändern gemeinsam, das geht nicht“, ist Pöggel überzeugt. Die Gemeindevertretung Altenhof hat deshalb ihre Zustimmung für den Kauf der alten Bahn-Trasse und den Ausbau des Radweges an eine Bedingung geknüpft: Der neue Radweg muss auf der kompletten Strecke Ganzlin-Röbel erfolgen. 

Erster Bauabschnitt in zwei Jahren

Im Amt Röbel hat Verwaltungsleiter Heiner Müller (SPD) von Protesten der Altenhofer schon gehört. „Bei den Planungen für den Radweg haben wir versucht,  die Gemeinden entlang der Strecke finanziell so wenig wie möglich zu belasten. Denn sie müssen sich an den Kosten für Kauf und Ausbau der Strecke beteiligen“, so Müller. Hinzu komme, dass es keinen Sinn mache, Wege zu bauen, wo schon welche vorhanden sind, wie zum Beispiel in Altenhof. Dort gebe es Wege, die schon heute zum Teil als Radweg ausgewiesen seien, so Müller weiter. Doch die Bedenken aus Altenhof nimmt er ernst: „Wir stehen am Anfang der Planungen und haben Zeit, einen Kompromiss zu finden.“ Der erste Bauabschnitt ist für 2016, der letzte, der dann auch das Altenhofer und Stuerer Teilstück betrifft, ist für 2017 geplant.

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