Vor der Stadtvertretung:

Norbert Möller auf den Spuren Adenauers

So ändern sich die Zeiten – und Meinungen. „Warener auf Neujahrsempfang in Röbel heftig umjubelt“ titelte der Nordkurier im Januar 2014. Doch just dieser seinerzeit umjubelte Warener hat jetzt sein Versprechen gebrochen.

Welche Meinung gilt jetzt? Norbert Möller (SPD).
NK-Archiv Welche Meinung gilt jetzt? Norbert Möller (SPD).

„Mit mir als Bürgermeister wird es in Waren keine Konkurrenz zur Röbeler Müritz Therme geben. Die Müritz Therme ist eine wunderbare Einrichtung, die nicht nur die Röbeler nutzen und die unsere Unterstützung verdient“, schmetterte Norbert Möller ins Mikrofon. Und heimste mit diesem Versprechen lang anhaltenden Applaus beim Neujahrsempfang 2014 in der Nachbarstadt Röbel ein.

Getreu dem Motto von Ex-Bundeskanzler Konrad Adenauer („Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?“) hat sich der Warener Bürgermeister jetzt auch in der Angelegenheit Neubau einer Schwimmhalle in Waren um 180 Grad gedreht. „Wir sehen uns auf einem guten Weg zur Errichtung einer Schwimmhalle in Waren“, sagte er nun.

Die Stadtvertreter haben das letzte Wort

Möller möchte das Projekt innerhalb des Aqua Regia Parks realisieren. Und deshalb gegebenenfalls den Willen von 2400 Bürgern, die sich mit ihrer Unterschrift für den Bau einer Schwimmhalle eingesetzt hatten, zur Seite schieben. Mit dieser Liste wollte der FDP-Regionalverband ein Bürgerbegehren initiieren – wurde aber von der Kommunalaufsicht des Kreises zurückgepfiffen.

Im Vorfeld hatte es über Monate taktische Manöver in der Stadtvertretung gegeben, „bis die Mehrheit aus SPD/Grüne, CDU und Linke uns mit ihrem Antrag, eine für den Schwimmhallenbau geplante Machbarkeitsstudie vom 31. März 2016 auf den 30. Juni 2017 zu verschieben, gelinkt hat“, wie FDP-Chef Norbert Bluhm formulierte. Auf dieser Verschiebung basierte auch das Nein der Kommunalaufsicht zum Bürgerbegehren.

Am Mittwoch müssen die Stadtvertreter ab 18 Uhr bekennen, ob sie der ablehnenden Haltung des Landkreises folgen. Rein rechtlich kann der Beschluss der Stadtvertretung von der Entscheidung der Kommunalaufsicht abweichen.