Therapien im Kurzentrum wieder erlaubt:

Noroviren sind weg - Fragen bleiben

Der Verdacht hat sich bestätigt. Im Kurzentrum Waren grassierte das hoch ansteckende Norovirus. Aber es ist längst nicht alles ausgestanden.

Das Norovirus dreidimensional dargestellt. Jetzt wurde es amtlicherseits bestätigt, dass es sich bei dem Ausbruch im Kurzentrum Waren um dieses Virus gehandelt hat. Unterdessen hält der Alltag wieder Einzug dort.
fotoliaxrender - Fotolia Das Norovirus dreidimensional dargestellt. Jetzt wurde amtlicherseits bestätigt, dass es sich bei dem Ausbruch im Kurzentrum Waren um dieses Virus gehandelt hat.

Dass es die Gäste und Mitarbeiter im Kurzentrum Waren mit dem hoch ansteckenden Norovirus zu tun hatten, das ist seit Dienstag eine Tatsache. Das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Neubrandenburg informierte, dass es sich mit 99,9 prozentiger Sicherheit um das Norovirus handelt. Die Untersuchungen seien nun abgeschlossen.

Doch was bedeutet das Ergebnis für das Kurzentrum Waren? Ist längst noch nicht alles ausgestanden? Schließlich ist das Virus meldepflichtig, in der Neubrandenburger Gesundheitsbehörde liegt aber nach Informationen aus der Pressestelle keine Meldung aus dem Hotel auf dem Warener Nesselberg vor. Erst am Montag dieser Woche habe es Gespräche gegeben. Auch in der Warener Außenstelle der Gesundheitsbehörde sei nichts registriert worden. Nach bisherigem Stand hatte die Behörde nur durch einen Angehörigen eines erkrankten Gastes von der Erkrankungen im Kurzentrum Waren erfahren, wie sie informierte. Das aber hatte das Haus dem Nordkurier gegenüber betont: „Selbstverständlich wurde die Aufsichtsbehörde informiert...“ Fakt ist, dass laut Infektionsschutzgesetz gemeldet werden muss, wenn es zwei oder mehrere Menschen mit gleicher Erkrankung in Einrichtungen mit vielen Personen wie Altenheime, Gesundheitseinrichtungen etc. gibt, um Risiken für andere zu verringern.

Therapien und Anwedungen laufen wieder

Heute soll in dem Hotel auf dem Nesselberg, das gern mit dem Slogan „Vier Sterne für Ihre Gesundheit“ wirbt,  nach dem tagelangen Virus-Problem der normale Alltag wieder weitestgehen einziehen. Therapien und Anwendungen sollen wieder komplett genutzt werden. Das Schwimmbad sei ohnehin nach wie vor geöffnet. Es seien seit Samstag keine neuen Fälle von Magen-Darm-Problemen aufgetreten. Noch bis Dienstagabend wollte man warten, ob wirklich kein Gast neu an Magen-Darm-Problemen erkrankt. Sonst gelte der Fall offiziell als ausgestanden und abgeschlossen. Auch neue Gäste seien inzwischen angereist. Man hoffe, so war aus dem Hause zu erfahren, dass nun alles wieder reibungslos seinen Gang gehen könne.

Unterdessen haben Ex-Kurgäste den Heimweg angetreten bzw. sind schon wieder zu Hause. Noch immer, so berichtet eine Familie aus dem Süden des Landes, sei jedoch nicht alles wieder im Lot. Nach wie vor sei man mit dem Problem körperlich und mental beschäftigt. Die meisten wollen sich von ihren Hausärzten in der Heimat vorsichtshalber untersuchen lassen. Kaum jemand der Abgereisten wusste ja, mit welchem Virus er es zu tun hatte, da der Befund erst am Dienstag amtlich war.

Zivilrechtliche Schritte nicht ausgeschlossen

Auch rechtliche Schritte schließt der Eine und Andere nach eigenem Bekunden nicht aus. Zivilrechtliche Klagen allerdings könnten Sache des Hotels werden, wenn sich herausstellen sollte, dass es die gehäuften Magen-Darm-Fälle nicht gemeldet hat. Denn sollte das Kurzentrum Waren den gesetzlich vorgeschriebenen Meldeweg nicht eingehalten haben, dann wird das in dem Sinne zwar nicht geahndet, so die Erklärung aus der Kreisverwaltung.

Aber das könnte rechtliche Auswirkungen haben. Denn diese Meldepflicht diene dazu, sich im Falle eines Falles rasch kompetente Hilfe ins Haus zu holen wie eben durch Ärzte und Hygienespezialisten aus der Verwaltung. Damit wolle man sicherstellen, dass so schnell wie möglich professionell die richtigen Maßnahmen eingeleitet werden, wie zum Beispiel Bäder oder Veranstaltungen zu sperren. Solche amtlichen Anordnungen würden im Ernstfall auch für Hotels gelten. Wenn dann ein Gast etwa aufgrund der Behörden-Anordnung nicht schwimmen oder in die Sauna gehen kann und sich darum in seinem Urlaub eingeschränkt fühlt, dann kann das Hotel das nicht beeinflussen. Wenn das Amt aber nicht reagieren kann, weil es nicht informiert wird, dann sei das Hotel für Regress in der Verantwortung, so die Informationen aus der Verwaltung.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung