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Obdachlose in Nöten

Von unserem RedaktionsmitgliedThomas BeigangAbgeordnete des Kreistages, die in der Müritzregion zu Hause sind, üben heftige Kritik an der Einspar-Praxis der ...

Von unserem Redaktionsmitglied
Thomas Beigang

Abgeordnete des Kreistages, die in der Müritzregion zu Hause sind, üben heftige Kritik an der Einspar-Praxis der Kreisverwaltung und fürchten um weitere soziale Einrichtungen.

Waren.Zwar ist der Betrieb der sozialen Begegnungsstätte „Lichtblick“ in Waren dank einer großen Privatspende am alten Standort in der Strelitzer Straße gesichert. Noch mehr angedrohte Kürzungen der Kreisverwaltung verunsichern indes auch andere Einrichtungen in der Müritzstadt. So sollte auch die Beratungsstelle für Opfer häuslicher Gewalt „Klara“ in diesem Jahr kleinere Brötchen backen. Der Landkreis hatte bereits angekündigt, auch hier die Höhe der finanziellen Zuwendungen zu kürzen. Roland Preibisch, Vorstand des Diakonie-Vereins, von dem die Beratungsstelle betrieben wird, kann aber vorerst Entwarnung verkünden. „Der Umfang der Reduzierung ist nicht existenzbedrohend, weil es innerhalb der Diakonie gelungen ist, die Verluste auszugleichen.“
Trotzdem hat die Kreistagsabgeordnete Elke-Annette Schmidt (Die Linke) aus Malchow langsam die Nase voll, weil allem Anschein nach die Kreisverwaltung den Kreistag vor vollendete Tatsachen stellen will: „Wo gibt es Beschlüsse dafür? Die Mitglieder des Kreistages gehen jetzt in die Haushaltsdiskussion, die Unterlagen liegen erst seit einigen Tagen vor. Und weil die Bereitstellung von Mitteln für freiwillige Aufgaben nur einen sehr geringen Anteil am Gesamthaushalt ausmachen, ist das Ansetzen des Rotstiftes in diesen Bereichen stark zu hinterfragen“. Tags zuvor hatte schon der Fraktionschef der SPD im Kreistag, Michael Löffler aus Waren, die Kreisverwaltung im Visier. Streichungen im sozialen Bereich zu verkünden ohne Zustimmung des Kreistages, stünde denen nicht zu, schimpfte der Politiker und kündigte Konsequenzen an.
Die Kreisverwaltung hat jedoch auch schon ihre Unterstützung für die Obdachlosenunterkunft in Waren aufgekündigt und keine Mittel dafür in den vorläufigen Haushalt eingeplant. Vorerst springt hier die Stadt Waren mit 15 000 Euro zusätzlich in die Bresche– obwohl der städtische Haushalt auch noch nicht beschlossen ist. Ordnungsamtsleiter Dietmar Henkel kündigte notwendige Gespräche mit der Kreisverwaltung an.

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