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Oberbauleiter trauert um "sein" Haus

Paul Romer aus Waren will immer noch nicht glauben, dass sein größtes Werk, das Müritz Hotel in Klink, schon bald leer steht. Der mögliche Abriss kommt für den alten Baulöwen viel zu früh.

Ein altes Foto aus der Schatzkiste von Paul Romer: Der Rohbau des Ferienheimes in Klink.
P. Romer Ein altes Foto aus der Schatzkiste von Paul Romer: Der Rohbau des Ferienheimes in Klink.

Zwar wurde das Feriendomizil in Klink schon am 17. Juni 1974 an die ersten Urlauber übergeben, Paul Romer musste allerdings noch ein halbes Jahr länger auf der Baustelle bleiben. „Es waren ja noch eine ganze Menge Restarbeiten zu erledigen“, kramt der 83-jährige Warener in seinen Erinnerungen. Die jetzt alle wieder nach oben drängen. Mit viel Kummer im Herzen hat der ehemalige Oberbauleiter alles gelesen, was gerade in der jüngsten Vergangenheit über das Ex-Ferienheim und Hotel berichtet wurde.

Der Baumensch mit Leib und Seele hängt nämlich immer noch an dem Objekt. Nicht nur, weil die fünf Jahre, die Paul Romer seinerzeit als Chef über Hunderte Maurer, Putzer und Zimmerleute zu den spannendsten seiner Karriere gehörten und der Bau der teuerste war, an dem er je mitgearbeitet hat. Der Warener, damals beim Wohnungsbaukombinat in Neubrandenburg beschäftigt, mag einfach nicht glauben wollen, das „sein“ Haus jetzt womöglich dran glauben soll. „Viel zu früh“, werde von Abriss geredet, klagt er, denn 40 Jahre seien doch nun wirklich keine lange Lebensdauer für ein so großes Gebäude. Modernisierung ja, Abriss nein. „Aber was nutzt es, wenn ich mich darüber ärgere?“

So viele Probleme

Paul Romer weiß viel zu erzählen vom Bau zu Beginn der 1970er-Jahre, von den Bauleuten, die in den noch nicht komplett fertig gestellten Plattenbauten gleich nebenan leben mussten, von den großen Problemen, das Material immer pünktlich auf der Baustelle zu haben, oder von irrwitzigen Abenteuern bei der Suche nach passendem Werkzeug. „Heute“, winkt der alte Baulöwe ab, „kann doch jeder bauen, der über das nötige Kleingeld verfügt. Aber damals war wirklich Improvisationsvermögen gefragt.“

Viele dutzend Fotos aus jener spannenden Bauzeit hat Paul Romer noch immer aufbewahrt, aus jeder Phase des Baus. Viele Leute, die auf den Bildern zu sehen sind, kennt der Ex-Bauleiter noch mit Namen. Aber etliche von denen, so der Warener, müssten heute nicht mehr mit ansehen, was mit „ihrem“ Haus zu geschehen droht. „Viele weilen schon nicht mehr unter uns“, sagt der 83-Jährige.