Jugendzentrum in Waren:

Ohne Konzept und Personal

In Sachen Jugendarbeit wird es in Waren immer enger. Ein Jugendklub soll schließen, der andere ist in schlechtem Zustand. Über einen Ersatz wird noch gestritten. Und das Geld fehlt sowieso.

Die Grünfläche vor der Herrenseebrücke gilt als ein möglicher Standort für das neue Jugendzentrum.
Carsten Schönebeck Die Grünfläche vor der Herrenseebrücke gilt als ein möglicher Standort für das neue Jugendzentrum.

Das große Tauziehen ist eröffnet. Einmal mehr steht eine Entscheidung zum neuen Jugendzentrum in Waren an. Noch konkurrieren zwei Entwürfe um die Gunst der Politik. Doch ob die Stadtvertreter tatsächlich Anfang Oktober ein Votum fällen, ist nicht sicher. Denn erneut gibt es Kritik am zeitlichen Ablauf.

Am Dienstagabend hatte sich der Ausschuss für Kultur und Bildung mit dem Thema befasst. Die Mitglieder zeigten sich wenig erwartungsfroh. „Was nützt uns die schönste Hülle, wenn wir kein Konzept und kein Personal haben“, so Stadtvertreter Andreas Handy (CDU). Für das neue Zentrum will Mäzen Jost Reinhold zwar 2,5 Millionen Euro zur Verfügung stellen, doch mit dem laufenden Betrieb sieht die Stadt sich bislang überfordert. Petra Klebba (SPD) spitzte das Problem noch weiter zu: „Ohne zu wissen, was dort inhaltlich passieren soll, ist es schwer, sich für ein Bauprojekt zu entscheiden.“

In der kommenden Woche sollen die Architekten Christian Klein und Thomas Kisse ihre beiden Konzepte nochmals vorstellen. Vor den Stadtvertretern, aber auch vor den Warener Bürgern. Auf den zusätzlichen Termin hatte sich die zuständige Arbeitsgruppe der Stadtvertretung geeinigt. Dort waren die Konzepte bereits vor einigen Monaten vorgestellt worden. Der neue Termin soll die „Waffengleichheit“ zwischen den beiden Bewerbern wieder herstellen. Der Warener Amtsleiter Dietmar Henkel warb im Ausschuss dafür, sich besonders um den Standort Gedanken zu machen. Schließlich sei der Jugendclub am Papenberg in einem baulich schlechten Zustand. „Wenn wir jetzt ein neues Zentrum bauen, heißt das auch, dass wir die nächsten 20 Jahre kaum Gelder bekommen werden, um am Papenberg zu sanieren“, so Henkel. Andererseits könne man die Jugendarbeit am Papenberg nicht einfach aufgeben.

Eine der Varianten ist an das ehemalige KIB-Gebäude an der Teterower Straße gebunden. Der andere Entwurf könnte zwar überall gebaut werden, bisher waren aber vor allem Standorte in der Innenstadt im Gespräch. Denn die Tage des Jugendklubs am Alten Markt sind wohl gezählt. Henkel hatte im Frühsommer bereits angekündigt, der Klub solle in den nächsten Jahren schließen.

Die öffentliche Informationsveranstaltung, auf der beide Architekten ihre Entwürfe präsentieren, findet am kommenden Mittwoch, 18. September, um 18 Uhr in der Mensa der Regionalen Schule Waren-West statt.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung