Angeklagter will Geld beschaffen:

Opfer soll gefälligst seinen Anteil zahlen

Weil ein 26-jähriger Warener 400 Euro an die Staatsanwaltschaft zahlen soll, wollte er das Geld auf besondere Weise eintreiben. Ausgerechnet von dem Mann, den er einst zu Boden geschlagen hatte.

Nötigung - urteilte der Richter im Warener Amtsgericht.
Andrey Popov Nötigung - urteilte der Richter im Warener Amtsgericht.

Zehn Monate Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung, musste ein 26 Jahre alter Mann am Dienstag vor dem Amtsgericht in Waren dafür einstecken, dass er sich auf eher ungewöhnliche Weise die Summe zur Bezahlung eines Strafbefehls besorgen wollte.

Niemand anders als ein ehemaliges Opfer des Angeklagten, für dessen Körperverletzung die Staatsanwaltschaft den 26-Jährigen zu einer Geldstrafe von 400 Euro verdonnerte, sollte ihm nämlich das Geld dafür übergeben. Die Ausrede des Angeklagten: Er habe gehört, der andere wollte sich an der Bezahlung beteiligen.

Nötigung nennt das Gericht das, haarscharf sei der Angeklagte an dem Vorwurf der räuberischen Erpressung vorbei geschrammt, hieß es in der Urteilsbegründung. Dies aber wäre schon ein Verbrechen gewesen und statt Bewährung hätte der vorbestrafte Mann die Freiheitsstrafe "pur" verbüßen müssen.

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