Zahlreiche Spendenwillige bei Typisierungsaktion:

Pieks um Pieks gegen den Blutkrebs

Matten aus Woldzegarten hat alles überstanden: die Leukämie, die langen Krankenhaus-Aufenthalte, die Chemotherapie, die Transplantation. Mattens Eltern wollen jetzt mithelfen, dass anderen Blutkrebs-Patienten auch geholfen werden kann.

Zahlreiche Frauen und Männer machten mit bei der Typierungsaktion am Mittwoch in Malchow.
Patrick Pleul/dpa Zahlreiche Frauen und Männer machten mit bei der Typierungsaktion am Mittwoch in Malchow.

Matten ist im Sternbild des Löwen geboren – und wie ein Löwe hat der kleine Junge seine Krankheit besiegt. Geholfen gegen seine Krankheit, den Blutkrebs, hat dabei vor allem auch die Knochenmark-Spende, die der Zweieinhalbjährige im Alter von sechs Monaten bekommen hat (der Nordkurier berichtete). „Heute ist alles gut mit unserem Sohn. Jetzt wollen wir etwas zurückgeben. Deshalb haben wir die Typisierungsaktion gestartet“, sagt sein Vater Hans-Joachim Nürnberg, der in Malchow eine Praxis als Chirurg, Unfall-Chirurg und Orthopäde betreibt. Er, seine Familie, sein Praxisteam, Freunde, Verwandte und Bekannte machten gemeinsame Sache mit Mitarbeitern der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS): Einen Tag lang wurde Freiwilligen Blut abgenommen. Bis zum Abend hatten bereits 138 Männer und Frauen den Pieks über sich ergehen lassen. Eingefunden hatten sich noch mehr Spendenwillige, aber es gibt für die Typisierung eine Altersgrenze von 55 Jahren. „Viele haben mir indes gesagt, wie gut sie die Aktion finden und dass die ihnen auch das gute Gefühl gibt, helfen zu können“, sagte Hans-Joachim Nürnberg dem Nordkurier.

Jede einzelne Blutprobe, die am Mittwoch in Malchow gesammelt wurde, wird entschlüsselt – der genetische Code ist wichtig, um passende Spender für Patienten mit Blutkrebs zu finden. „Je größer die Zahl möglicher Spender ist, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es eine Übereinstimmung gibt und damit die Chance auf Heilung“, erklärt Hans-Joachim Nürnberg. Die Daten jedes potenziellen Spenders werden in der DKMS aufbewahrt – um im Falle einer Übereinstimmung mit den Daten eines Patienten aktiv zu werden. „Meistens geht es um eine Blutspende, aus der dann die Stammzellen für eine Transplantation gewonnen werden“, erklärt Mattens Vater.

Nur acht Wochen nach der Leukämie-Diagnose war für Matten aus Woldzegarten ein passender Spender gefunden. Ihm würden Mattens Eltern gerne danken: Über die Freiburger Klinik wollen sie mit ihm oder ihr Kontakt aufnehmen.

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